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Lexikon
Die Schule von Concarneau

Die Entstehung der "Schule von Concarneau" um 1880 in Concarneau in der Bretagne war eng mit dem nur rund 15 km entfernt liegenden Pont-Aven verknüpft, wo schon seit den 1860er Jahren Pleinairisten zusammengekommen waren, um ländliche Sujets zu malen.
Dieser ruralen Themenkreise überdrüssig, machten sich einige Maler von Pont-Aven, wo wenig später Gauguin und sein Kreis die Moderne einläuten sollten, auf nach Concarneau. Dort fanden sie in Fischerei und Schifffahrt vielfältige neue Anregungen, die sie in ihre Bilder übertrugen.
Im Gegensatz zu Pont-Aven war Concarneau kein kleines Dorf, sondern ein Städtchen, in dem es sich komfortabel wohnen ließ. Zwei Maler lebten bereits dort: Alfred Guillou und Théophile Deyrolle, die als Begründer der "Schule von Concarneau" gelten. Zu ihnen gesellte sich, als einer der ersten Maler aus Pont-Aven, Edward E. Simmons aus Massachusetts, dem zahlreiche weitere amerikanische Künstler folgten, darunter Eugene Lawrence Vail, Howard R. Butler und Arthur W. Dow. 1883 stieß Jules Bastien-Lepage zur "Schule von Concarneau", der jedoch schon ein Jahr später verstarb. Dessen ungeachtet - oder gerade deshalb - trug er zur Reputation der Malerkolonie von Concarneau vieles bei, und sein Name zog nun viele junge Künstler in die Stadt. Darunter befanden sich auch zahlreiche Skandinavier, etwa Peder Severin Krøyer.
Die kunsthistorische Bedeutsamkeit der "Schule von Concarneau" liegt insbesondere in der künstlerischen Erschließung neuer Themenfelder im Jahrzehnt zwischen 1880 und 1890, als realistische und genrehafte Sujets in Concarneau eine stimmige und neuartige Verbindung eingingen.


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