Environment und Installation
Bei Environment und Installation handelt es sich jeweils um Formen künstlerischer Raumgestaltung. Materialien, Gegenstände und Objektmontagen werden im Raum arrangiert. Im Unterschied zum Environment, das in seiner formalen wie inhaltlichen Anordnung in sich geschlossen ist, wird die Installation häufig in direkter Bezugnahme auf die Raumsituation mit ihren spezifischen Lichtverhältnissen, Farbgebungen und Ausmaßen erarbeitet, sodass die Installation in gewissem Sinne auf den Raum reagiert.
Die Wurzeln des Environment und der Installation reichen zurück bis zu den Readymades von Marcel Duchamp (1887-1969), die eine bewusste Setzung eines Objektes im Raum zum Gegenstand haben. Gleichermaßen folgenreich waren unter anderem der "Prounen-Raum" (1923) von El Lissitzky sowie der zu Beginn der 1920er Jahre begonnene "Merzbau" von Kurt Schwitters (1887-1948), mit dem der Künstler die konsequente künstlerische Raumgestaltung vor dem Hintergrund dadaistischer Prinzipien mustergültig umsetzte.
Zu den Protagonisten im Bereich Environment zählen Bruce Conner, George Segal, Paul Thek und insbesondere Edward Kienholz (1927-94), dessen ebenso schockierende wie in ihrer Bildgewalt wirkmächtige Arbeiten häufig vor einem gesellschaftskritischen Hintergrund entstanden und zwischen surrealistischer Verzerrung und Hyperrealismus oszillieren. Wichtige Vertreter im Bereich der Installationskunst sind Louise Bourgeois, Robert Gober, Mark Manders und Bruce Nauman. Im Verlauf ihrer Entwicklung lässt sich verstärkt die Tendenz beobachten, dass sich die Installationen weiter in den Raum ausdehnen und ihn mitunter komplett einnehmen, wie es beispielsweise die Werke von Olafur Eliasson (geb. 1967) eindrucksvoll unter Beweis stellen. Von Fred Sandback (1943-2003) stammen Rauminstallationen, in denen er mit feinem Acrylgarn und Draht geometrische Körper im Raum entstehen ließ, die damit der Minimal Art zuzurechnen sind. Dan Flavin (1933-96) und James Turrell (geb. 1943) erschufen innerhalb ihrer Installationen subtile Lichträume. Außerdem etablierten Künstler wie Tony Oursler (geb. 1957), Pipilotti Rist (geb. 1962) oder Bill Viola (geb. 1951) Video- und Multimedia-Installationen als eigene Spielart. Damit bewahren sich Environment und Installation ihre Aktualität bis in die Gegenwart.

