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Lexikon
Florentiner Frührenaissance

In allen Kunstgattungen brachte die Florentiner Frührenaissance ab ca. 1420 führende Vertreter hervor, deren Schaffen prägend für die gesamte Stilentwicklung der Renaissance wirken sollte. Neben Fra Angelico, Domenico Ghirlandaio, Andrea del Castagno und den Brüdern Antonio und Piero del Pollaiuolo zählte Masaccio (1401-28) zu den bedeutendsten Malern. Eines seiner berühmtesten Werke ist die "Trinität" (um 1425-27) in der Kirche Santa Maria Novella in Florenz, wo er mustergültig die linearperspektivische Konstruktion des Bildraumes demonstrierte.
Die zentrale Figur der Malerei der Florentiner Frührenaissance ist jedoch Sandro Botticelli (1445-1510), der in seinen mythologischen Gemälden antike Einflüsse mit den philosophischen Prinzipien des Neoplatonismus vereinte und darin zugleich beredte Tugendexempel statuierte.
Zu den wichtigsten Bildhauern der Epoche gehören Andrea del Verrocchio, Nanni di Banco und vor allem Donatello (um 1386-1466), dessen Skulpturenauffassung die Zartheit der Gotik überwand und durch fest umrissene, rundplastisch ausgebildete Figuren ersetzte. Während sich Donatello einerseits an klassischen Vorbildern orientierte und beispielsweise seinen in Bronze gefertigten "David" (um 1430) ganz im Sinne der Antike als Aktfigur im Kontrapost darstellte, zeugen die mit Sorgfalt ausgearbeiteten Gesichter und Hände seiner Skulpturen andererseits von einem eingehenden Studium des menschlichen Körpers. Großen Ruhm erwarb Donatello durch die Erfindung des so genannten "rilievo schiacciato", bei dem ein starker räumlicher Tiefeneindruck unter Rückgriff auf perspektivische Gesetze durch eine geschickte Schichtung des Bildraumes und die zunehmende Abflachung der Bildelemente erzeugt wurde. Der gleichen Technik bediente sich Lorenzo Ghiberti (1378-1455), als er sein Hauptwerk, die Reliefs auf der so genannten "Paradiestür" des Florentiner Baptisteriums (1425-52), ausführte.