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Lexikon
Frankenthaler Malergruppe

Die Vertreter der Frankenthaler Malergruppe waren im Zuge der in den Niederlanden als Reaktion auf die Reformation stattfindenden Verfolgung von Protestanten ins pfälzische Frankenthal gekommen. Dort gründeten sie unter der Kunstförderung des Kalvinisten Friedrich von der Pfalz ab 1562 eine eigene Malerschule. Zum vornehmlichen und damit die Gruppe einenden Sujet zählten Landschaftsdarstellungen und insbesondere Waldlandschaften kleinen Formates, welche oftmals eine romantisch überhöhte oder auch dramatische Kulisse für mythologische oder biblische Szenen bildeten. Die spezifische Landschaftsauffassung und ein buntes Kolorit sind charakteristische Merkmale der Bilder.
Gillis van Coninxloo (1544-1607) ist als einer der Hauptvertreter der Frankenthaler Malerschule anzuführen. Aufgrund der Besetzung Amsterdams durch spanische Truppen sah er sich 1585 gezwungen, seine Heimatstadt zu verlassen; 1587 kam er nach Frankenthal, 1595 kehrte er nach Amsterdam zurück. Zwar ist aus der Frankenthaler Zeit nur ein einziges seiner Landschaftsgemälde überliefert, doch übten seine Landschaften und insbesondere die später entstandenen Waldlandschaften großen Einfluss auf die Entwicklung dieses Genres aus und beeinflussten unter anderen David Vinckboons und Roelant Savery. Im "Schilder-Boeck" rühmte Karel van Mander van Coninxloo als den besten aller Landschaftsmaler.
Pieter Schoubroeck (um 1570-1607) zählt ebenfalls zu den von Gillis van Coninxloo geprägten Malern der Frankenthaler Malerschule. Neben traditionellen Landschaften, in denen die Lichtführung stets eine wichtige Rolle spielte, spezialisierte sich Schoubroeck auf die Darstellung von gewaltigen Bränden und nächtlichen Feuersbrünsten.