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Lexikon
Französischer Expressionismus

Die französische Variante des Expressionismus entstand, wie auch in Deutschland, in unmittelbarer Auseinandersetzung mit dem Impressionismus. Doch sind die Berührungspunkte beider Bewegungen in Frankreich, dem Geburtsland des Impressionismus, enger als im deutschsprachigen Raum. Kern des französischen Expressionismus ist der 1905 berühmt gewordene Fauvismus, aber auch das Frühwerk seiner Vertreter: So erstreckt sich der Expressionismus in Frankreich von etwa 1900 bis zum Ersten Weltkrieg.
Der französische Expressionismus hat seine unmittelbaren Wurzeln im Postimpressionismus, vor allem im Werk Vincent van Goghs und Paul Gauguins. Die Ausdruckskraft der ungemischten und nicht mehr wie in impressionistischen Bildern realistisch verwendeten Farben ist ein Grundsatz des Expressionismus, der in Frankreich zu seinem wichtigsten Charakteristikum wurde. Darüber hinaus nahmen die für den Expressionismus sonst typische Betonung der subjektiven Künstlerperspektive, die Zukunftsutopie und der Schöpferkult in Frankreich einen sekundären Platz ein. So bildet die dekorative Wirkung der Komposition eine Eigenart des französischen Expressionismus.
Die beliebtesten Themen der französischen Expressionisten unterscheiden sich kaum vom impressionistischen Repertoire; so zählen etwa Landschaften und gesellschaftliche Zerstreuungsaktivitäten zu den häufigsten Darstellungsmotiven. Ganz anders ist dagegen deren künstlerische Ausführung, denn während sich die Impressionisten um die Erfassung des Augenblicks bemühten, zielten die französischen Expressionisten auf Dauerhaftigkeit ab.
Wichtige Vertreter des französischen Expressionismus sind unter anderen André Derain, Raoul Dufy, Henri Manquin, Albert Marquet, Jean Puy, Georges Rouault und Maurice de Vlaminck.


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