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Freimaurer

Der erste Freimaurerbund entstand 1717 in England durch die Vereinigung von männlichen Mitgliedern, die in der Gemeinschaft einem gemeinsamen Ideal nachgehen. Vier Londoner Berghütten gründeten unter ihrem Großmeister Anton Sayer die ersten Großlogen. Bestimmte, den mittelalterlichen Bauhütten entnommene Gebräuche sollen durch besondere symbolische Formen auf ihre Mitglieder erzieherisch einwirken. Freimaurer setzen sich für die Solidarität der Kultur-Menschheit ein und betrachten es als ihre Aufgabe, das menschliche Streben nach Einheit zu fördern und Chauvinismus, Fanatismus und Kastendenken u. ä. zu unterbinden. Ein Freimaurer ist eine Art Jünger, der für diese Ziele auszieht und mit Tat und Rat für menschliche Gesinnung und ein friedliches Zusammenleben einsteht. In den folgenden 200 Jahren nach der Gründung breiteten sich die Freimaurer über die ganze Erde aus.

Lessing, Goethe, Herder, Wieland, Fichte u. v. a. Schriftsteller haben der Freimaurerei starken Beifall gezollt und zahlreiche freimaurerische Gedankengänge in ihren Werken verwendet. Die Freimaurerei ist mit ihren geistigen Inhalten streng an dem nationalen Bildungsgut angeschlossen. In Deutschland, wo in Hamburg 1737 die erste Freimaurer-Großloge entstand, begründete der Idealismus der Klassikerzeit das Freimaurerdenken. Das Nationalbewußtsein der Deutschen formt sich gerade zu Beginn des 19. Jhs. weiter aus und übt so auch einen Einfluß auf die freimaurerische Ideenwelt aus. Viele Dichter, Philosophen und Staatsmänner, darunter Fichte, Blücher, Hardenberg, Stein und Scharnhorst, gehörten dem Freimaurerbund an.

Die Freimaurer erkennen die Einteilung der Menschen nach Staaten als geschichtlich gewordene Tatsache an, die jeden Freimaurer als überzeugten Patrioten ausweist. Die Stellung eines Freimaurers zur Kirche stellt sich dahingegen als schwieriger dar. Die Freimaurer erkennen die geschichtlich gewordenen Glaubensformen an. Von Ihren Mitgliedern fordern sie kein bestimmtes Bekenntnis zu einem Glauben, jedoch Ehrfurcht vor dem göttlichen Schöpfer sowie ein religiös-sittliches Empfinden wird erwartet. Gottesleugner und Anhänger einer materialistischen Weltanschauung werden vom Bund ausgeschlossen. Da verschiedene Glaubensrichtungen zugelassen sind, werden Erörterungen über kirchliche Konfessionen und parteipolitische Streitfragen untersagt, um der Gemeinschaft nicht zu schaden. Auffallend ist jedoch ein hoher Anteil an protestantisch Gläubigen in den Freimaurerlogen, die viele Gedanken ihrer Religion in den Logen verwirklicht fanden.



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