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Lexikon
Frontispiz

Ursprünglich wird der Begriff Frontispiz (frz. "frontispice" = Titelblatt, -bild, Vorderseite) für jede bildliche Verzierung auf der Buchtitelseite durch einen Kupferstich (Titelkupfer) verwendet. Heute ist mit Frontispiz die in der Regel links dem Haupttitel gegenüberstehende ganzseitige Abbildung gemeint. Eine Darstellung auf der Titelseite selbst wird von einem Frontispiz unterschieden und je nach Fall Titelvignette, Titelbordüre, Titelholzschnitt, Titelkupfer o.ä. bezeichnet. Die ersten Frontispize sind meist in Kupferstich ausgeführt, doch im Laufe der Zeit kamen auch Techniken wie Holzschnitt oder Lithographie hinzu. Auf einem Frontispiz werden oft emblematische oder allegorische Szenen gezeigt, die sich häufig auf den Buchtext beziehen und dessen Charakter veranschaulichen sollen. Des Weiteren sind auch immer wieder Porträts vom Verfasser oder der im Text zu beschreibenden Person, wie z.B. Kaiser, Könige oder Kurfürsten, zu finden. Nicht selten wird auf diesen Blättern auch der Buchtitel in Kurzform wiedergegeben. Rein buchbinde-technisch ist das Frontispizblatt in der Regel ein Teil des Titelbogens. Ebenfalls Verwendung findet der Begriff Frontispiz für den mittleren, giebelförmig hervorspringenden Teil eines Gebäudes (bereits bei antiken Tempeln) sowie für Tür- und Fensterverdachungen.