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Lexikon
Frühbarock

Als Frühbarock wird der Zeitraum zwischen 1580-1600 und etwa 1630 bezeichnet. Im ausgehenden 16. Jahrhundert herrschte noch der Manierismus mit seinen überraschenden und oft dekorativ-gezierten Formen vor. Hier liegt der Ausgangspunkt des Frühbarock, der den Manierismus in einer ebenso malerischen wie realistischen Kunstauffassung zu verwandeln und zu überwinden suchte. Dabei wenden die Künstler den Blick zunächst zurück - diese um 1600 festzustellende retrospektive Tendenz wurde von Erich Hubala treffend als die "Re-Naissance der Renaissance" bezeichnet. Nicht nur in Italien, auch andernorts sind derartige Bestrebungen festzustellen - in Deutschland etwa kam es um 1600 zur sogenannten "Dürer-Renaissance", und Künstlerpersönlichkeiten wie der Weilheimer Bildhauer Hans Krumpper (um 1570-1634) stehen exemplarisch für eine frühbarocke Erneuerung der Kunst. Stilbildend wirkte jedoch allein der italienische Frühbarock, insbesondere mit einer kurzen Phase der Malerei und Annibale Carracci (1560-1609) auf der einen, Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) auf der anderen Seite. Ebenso sind Federigo Barocci und Lodovico Cardi (gen. Cigoli) als Bahnbrecher des neuen Stils anzuführen. In der Baukunst Roms steht, nach einer Phase des Übergangs, der Giacomo della Portas Fassade von Il Gesú zuzurechnen ist, mit Carlo Maderno (um 1556-1629) ein gebürtiger Schweizer am Anfang. Es folgten Francesco Borromini und dessen eher "klassisch" veranlagter Konkurrent, Gianlorenzo Bernini (1598-1680). Letzterer wurde besonders auf dem Feld der Skulptur zum Inbegriff des römischen Früh- und Hochbarock.