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Lexikon
Funk Art

Die Funk Art ist eine genuin kalifornische Ausprägung der Materialkunst, die in den 1960er Jahren von Künstlern in San Francisco erdacht wurde. Ihr Materialfundus ähnelt dem der Junk Art, die ebenfalls ausrangierte, verrottete und auf den Müll geworfene Gegenstände, die als Symbole der schnelllebigen Konsumgesellschaft verstanden werden, zur Grundlage ihrer Werke macht und damit in einen neuen ästhetischen Zusammenhang bringt. Ein wesentliches Charakteristikum der Funk Art ist jedoch ihre Konzentration auf bestimmte Gegenstände: Häufig verwenden die Künstler alte Schallplatten, schwarzes Leder, Strumpfhosen oder Pin-Up-Bilder, sodass die Kunstwerke eine humoreske oder erotische, bisweilen auch furchteinflößende Wirkung erlangen.
Hauptvertreter der Funk Art sind Robert Arneson, Wallace Berman, Joan Brown, Bruce Conner, Jay DeFeo, David Gilhooly und Harold Paris. Aus den Materialien wurden vorrangig Objekte wie Assemblagen oder auch raumgreifende Environments angefertigt, daneben entstanden Gemälde und Keramikarbeiten.
Edward Kienholz (1927-94), der ab den 1970er Jahren mit seiner fünften Ehefrau Nancy Reddin Kienholz zusammenarbeitete, ist dem Umkreis der Funk Art zuzurechnen. Edward Kienholz schockierte mit Arbeiten, in denen ein abgetrennter Frauenkopf aus Plastik anstelle eines Schminkspiegels angebracht ist ("Miss Cherry Delight" im Environment "Roxys" aus dem Jahr 1961/62) oder in denen Figuren auf Krankenhausbetten liegen und an im Verwesen begriffene Leichname erinnern ("State Hospital" 1964-66). Auch Robert Arneson (1930-92) setzte auf subtile Gruseleffekte, geben sich doch die Tasten einer aus Ton modellierten Schreibmaschine ("Typewriter", 1965) auf den zweiten Blick als abgetrennte Finger mit grellrot lackierten Nägeln zu erkennen.