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Graffiti und Street Art

Graffiti und Street Art sind eigenständige Ausprägungen von Kunst im öffentlichen Raum. Im engeren Sinne lässt sich die Street Art als Oberbegriff definieren, wobei Graffiti (im Singular: Graffito) hier eine besondere Stellung einnimmt. Die Charakteristika von Street Art - Kunst, die auf der Straße stattfindet - belegen sogleich den besonderen Status dieser Kunstform: Street Art ist nicht verkäuflich, sie fällt häufig unter den Tatbestand der Sachbeschädigung und sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben. Ein Zentrum für Street Art und Graffiti ist New York, gingen von dort doch seit Ende der 1960er Jahre wichtige Impulse aus.
Street Art vereint unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen. Dazu gehört neben Graffiti auch die Plakatkunst, bei der Werbeplakate übermalt oder überklebt und dadurch umgestaltet werden ("affichage détournée", was in der deutschen Übersetzung "indirekte Plakatierung" bedeutet; einer der wichtigsten Vertreter ist hier der 1942 geborene Ernest Pignon-Ernest). Daneben bringen Künstler selbst gestaltete Plakate an.
Der Graffiti-Künstler wird auch Sprüher oder Sprayer genannt, was unmittelbar vom Arbeitsgerät, der Sprühdose, abgeleitet wird. Mit Hilfe einer Sprühdose lässt sich die witterungsbeständige Farbe auf nahezu jeden Untergrund aufbringen. Beliebte Orte für Graffiti sind Wände, unter denen die Berliner Mauer einen besonderen Status einnahm. Die Anfänge der Zugmalerei lassen sich in den ausgehenden 1960er Jahren in New York lokalisieren. Eine Sonderform sind Erinnerungs-Graffiti auf öffentlichen Toiletten, deren Wurzeln bis in die Antike - eingekratzte Spuren waren in öffentlichen Badehäusern in Athen, Pompeji und Rom hinterlassen worden - zurückzuverfolgen sind.
Erinnerungs-Graffiti bildeten zugleich die formale Grundlage der Entwicklung der Graffiti-Bewegung: War der sogenannte "tag" zunächst eine graphisch gestaltete einfarbige Signatur, die auf ihren Schöpfer verwies, so ist das daraus hervorgegangene "piece" ein mit Farben und Formen ausgeschmückter und demzufolge erweiterter Schriftzug. Die spezielle Ästhetik von Graffiti, in der Buntfarbigkeit und Linie betont sind, hinterließ insbesondere im Werk amerikanischer Künstler aus dem Umkreis des Graffiti Movement, darunter Keith Haring (1958-90) und Jean-Michel Basquiat (1960-88), deutlich sichtbare Spuren.
Es gibt unterschiedliche Arten, Graffiti anzufertigen, wobei die freie Ausführung von der Schablonen-Technik zu unterscheiden ist. Zu den bekanntesten Schablonen-Graffiti-Künstlern zählen Banksy (geb. 1974) und Thomas Baumgärtel (geb. 1960), der seit 1986 die "Banane" an Museen oder Galerien anbringt.


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