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Hausväterliteratur

Hausväterliteratur sind die vom 15. bis ungefähr zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts veröffentlichten Hauswirtschaftsratgeber, die sich an vermögende ländliche Schichten richten. Den Grundbesitzern soll mit der Hausväterliteratur das zur gewinnbringenden Bewirtschaftung ihres Landguts notwendige Wissen vermittelt werden.

Auf antiken Vorbildern aufbauend, behandelt die Hausväterliteratur hauptsächlich land- und hauswirtschaftliche Themen wie Acker-, Obst-, Wein- und Gartenbau, Vieh-, Pferde- und Geflügelhaltung, Imkerei, Jagd, Fischerei, aber auch die Herstellung von Arzneien sowie die Kinder- und Krankenpflege. Darüber hinaus gilt ein Hauptaugenmerk der Hausväterliteratur der religiös-moralischen Instruktion der einzelnen Mitglieder des Haushalts. Im Sinne eines patriarchalischen Ordnungsmusters steht der Familienvater an der Spitze des Hauses, dem die Gattin, die Kinder und das Dienstpersonal zu Gehorsam und Arbeitsleistung verpflichtet sind. Als bedeutendste Werke der Hausväterliteratur gelten J. Colers Oeconomia ruralis et domestica (Mainz 1665) und W. Helmhard von Hobergs Georgica curiosa (Nürnberg 1682).

Ist der Hausväterliteratur bisher keine eigene Bibliographie gewidmet, so finden sich dank der Überschneidungen zur Jagdliteratur zahlreiche bibliographische Nachweise in K. Lindners Bibliographie der deutschen und der niederländischen Jagdliteratur von 1480 bis 1850.



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