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Judaica

Judaica sind literarische Werke jeglicher Sprache, die Juden oder das Judentum an sich zum Inhalt haben. Den Judaica stehen die Hebraica gegenüber, die Literatur unter sprachlichen Gesichtspunkten bündeln. Sie vereinen schriftliche Werke beliebigen Inhalts, die in einer jüdischen Sprache abgefaßt sind.

Eines der wichtigsten Merkmale der Judaica ist die Tatsache, daß bereits seit der Antike ein Großteil des jüdischen Volkes in der Diaspora lebte. Dieser Sachverhalt führte dazu, daß vom Stammland entfernt schon früh geistige jüdische Zentren, etwa in Babylon oder Alexandria, entstanden. Diese Gegebenheit begründete die Verwendung fremder Sprachen seitens der jüdischen Autoren. Judaica wurden und werden in zahlreichen Sprachen verfaßt, so wurden Judaica beispielsweise in Alexandria auf griechisch und im Vorderen Orient im Mittelalter auf arabisch niedergeschrieben.

Aus dieser Situation heraus entstand gegen Mitte des 19. Jahrhunderts eine eigene Wissenschaft, die das Judentum zum Gegenstand hatte: die Judaistik. Mit der Entwicklung dieses Forschungsgebietes wurden auch in Bibliotheken spezielle Abteilungen mit Sammlungen von Hebraica und Judaica eingerichtet.

Die bibliothekarische Verwendung des Terminus Judaica wurde bereits im 19. Jahrhundert auch von Buchhändlern und Antiquaren übernommen. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts fällt der Gebrauch des Begriffs Judaica in Titeln von Werken über das Judentum und in Verlagsnamen zusammen. Beispiele dafür wären etwa die unvollendet gebliebene zehnbändige Enzyklopaedia Judaica (Berlin, 1928-34), die gleichnamige sechzehnbändige Enzyklopaedia Judaica (Jerusalem, 1971-72) und der Judaica Verlag in Preßburg.

Im weiteren Sinne gelten jedoch nicht nur Druckerzeugnisse als Judaica, sondern werden auch kulturelle Gegenstände des Judentums wie Münzen, Siegel und Gebrauchsgegenstände zu den Judaica gezählt.



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