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Kapitalistischer Realismus

Der Begriff "Kapitalistischer Realismus", der als ironisches Analogon zum "Sozialistischen Realismus" eingeführt wurde, umschreibt eine strenggenommen nur kurze Zeit andauernde Phase der Kooperation dreier Künstler: Gerhard Richter (geb. 1932), Sigmar Polke (geb. 1941) und Konrad Fischer (1939-96), der als Maler unter dem Pseudonym Konrad Lueg bekannt wurde. Verwendet wurde der Begriff des Kapitalistischen Realismus zuerst 1963, als er im Titel der Aktion "Leben mit Pop - Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus" im Möbelhaus Berges in Düsseldorf auftauchte.
Thematisch widmeten sich die drei genannten Künstler, die gemeinsam an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hatten, in der Phase des Kapitalistischen Realismus der Enttarnung des konsumorientierten und oberflächlichen kapitalistischen Gesellschaftssystems. Später erweiterte sich das Themenspektrum um die auch im Kritischen Realismus behandelten Sujets wie Unterdrückung der Frau, Krieg und Rassenhass.
Neben Grafiken und Gemälden prägte sich der Kapitalistische Realismus auch in Happenings und Installationen aus. Verarbeitet wurden häufig, oft auch in einer der Pop Art nahestehenden Stilsprache, fotografische Vorlagen aus Werbung und Illustrierten, welche die westliche Konsumgesellschaft entlarven sollten.
Mit dem Begriff des Kapitalistischen Realismus, der als künstlerische Strömung meist zwischen 1963 und 1975 angesetzt wird, werden neben Gerhard Richter, Sigmar Polke und Konrad Lueg auch KP (Klaus Peter) Brehmer (1938-97), Karl-Horst Hödicke (geb. 1938) und Wolf Vostell (1932-98) verbunden.


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