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Kochbücher

Rezeptsammlungen sind zwar bereits seit der Antike bekannt, erreichen als Kochbuch jedoch erst mit der Erfindung des Buchdrucks eine größeres Publikum. So gelangt die früheste bekannte Rezeptsammlung des Caelius Apicius, dem Leiter einer Schule der Kochkunst im kaiserzeitlichen Rom, erst zu Berühmtheit, nachdem der Humanist G. Hummelberg sie 1542 in Druck gab.

Bereits 1485 war mit der Kuchemeysterey (Nürnberg) das erste gedruckte deutschsprachige Kochbuch erschienen, das sich vor allem an Adelige und Patrizier richtet. Das erfolgreichste deutsche Kochbuch des 16. Jahrhunderts ist das New Kochbuch (1581) des kurfürstlich-mainzischen Mundkochs Marx Rumpolt, das sich bis ins 18. Jahrhundert hinein als Kochbuch-Klassiker etablierte.

Einige Jahrzehnte zuvor trat mit B. Staindls Kochbuch (Augsburg 1545) erstmals auch eine Rezeptsammlung für den gehobenen bürgerlichen Haushalt in Erscheinung. Auch Anna Weckers Ein köstlich new Kochbuch (Amberg 1597) richtet sich an wohlhabende Bürgerinnen und stellt im deutschen Sprachraum das erste von einer Frau für Frauen verfaßte Kochbuch dar. Als im 17. Jahrhundert die französische Cuisine ihren Siegeszug nimmt, sorgen auch deutsche Kochbücher wie Der französische Koch (Hamburg 1665) und C. Haggers Neues Saltzburgisches Kochbuch (Augsburg 1719) für die Verbreitung der verfeinerten Küche des französischen Rokoko an den deutschen Höfen.

Auch die sich in der Biedermeierzeit entwickelnde gutbürgerliche Küche bleibt der französischen verpflichtet, distanziert sich jedoch von der an den Fürstenhöfen kultivierten Kochkunst. Das entsprechende Kochbuch liefert Henriette Davidis Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche, das 1844 erstmals erscheint. Während sich Davidis Klassiker an ein großbürgerliches Publikum wendet, werden Kochbücher für Arbeiterinnen und Kleinbürgerinnen im 19. Jahrhundert nur vergleichsweise selten angeboten. Eine Ausnahme stellt das vom Verband Arbeiterwohlfahrt herausgegebene Häusliche Glück (12. Aufl. 1882) dar.

Wichtigst Bibliographien zum deutschen Kochbuch sind: Hans U. Weiss, Gastronomia, Schönes Alte Kochbücher und der Katalog der Kochbuchsammlung von Erna Horn und Dr. Julius Arndt



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