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Lexikon
Kunst im Nationalsozialismus

Oberstes Ziel der Kunstpolitik des Nationalsozialismus war die Etablierung einer arisch-nordischen Kunst. Zu diesem Zweck wurde am 22. September 1933 die Reichskulturkammer unter der Leitung von Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, ins Leben gerufen, um nicht länger das freie avantgardistische Kunstschaffen, sondern einzig eine propagandistische, die nationalsozialistische Rassen- und Staatsideologie verherrlichende Kunstproduktion zuzulassen. Bis 1935 waren über 100.000 Künstler Mitglied der Reichskulturkammer.
Im Zentrum der nationalsozialistischen Kunst stand der idealisierte menschliche Körper, der den nordischen Menschen als ästhetisches Leitbild propagierte und in der Malerei und vor allem in der Skulptur zum vorherrschenden Sujet wurde. Exemplarisch seien hier die Bildhauer Arno Breker (1900-91) und Josef Thorak (1889-1952) angeführt.
Weitere beliebte Themen, vor allem in der Malerei und in der Plakatkunst, waren Arbeiterszenen, Bauern und Mütter, die im Einklang mit der NS-Politik den Kult von Arbeit, Mutterschaft und Familie nährten und erwünschte Rollenmodelle zeigten. Massenkundgebungen, Aufmärsche und Sportveranstaltungen fanden Eingang in Film und Fotografie. Vor allem Leni Riefenstahls (1902-2003) dokumentarische Filme "Sieg des Glaubens" (1933) und "Triumph des Willens" (1934) sowie "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" (beide wurden anlässlich der Olympischen Spiele in Berlin 1936 gedreht und liefen 1938 in den Kinos) vermochten aufgrund ihrer Inszenierung das Publikum zu indoktrinieren und von der Macht der nationalsozialistischen Ideologie zu überzeugen.