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Kunst im öffentlichen Raum

Die Wendung "Kunst im öffentlichen Raum" setzt zunächst die Definition des öffentlichen Raumes voraus. Damit ist - in Abgrenzung zum privaten Raum - der frei zugängliche Raum gemeint, in dem Kunst stattfindet. Hierbei handelt es sich zumeist um den urbanen Raum und damit um Fußgängerzonen, öffentliche Gebäude, Straßen und Grünanlagen oder auch um die naturbelassene Landschaft.
Die Voraussetzung dafür, dass moderne Kunstwerke im öffentlichen Raum platziert werden können, ist zunächst einmal deren Befreiung von einem musealen Kontext. Gleichzeitig resultiert aus dieser Autonomie des Kunstwerkes aber auch der Wunsch, das Werk in einen anderen Kontext zu rücken und durch das Konzept der sogenannten "site specifity" (Ortsbezogenheit) für den Ort seiner Aufstellung zu legitimieren. Die Ortsbezogenheit ist einerseits in formalästhetischer Hinsicht fassbar, wenn Kunstwerke auf ihre Umgebung reagieren, auf diese bezogen sind und in der Konsequenz nur für diesen Platz gemacht sind. Andererseits lässt sich eine inhaltliche Wechselwirkung vor allem dann feststellen, wenn ein Kunstwerk den symbolträchtigen Gehalt des Ortes thematisiert und beispielsweise die Erinnerungskultur bedient. Immer wieder geht Kunst im öffentlichen Raum darüber hinaus eine Synthese mit stadtplanerischen Konzepten ein.
Seit den 1980er Jahren rückt eine soziokulturelle, funktionale wie rezeptionsästhetische Komponente von Kunst im öffentlichen Raum ins Blickfeld, wenn Künstler den Betrachter in ihre Arbeit einbeziehen, indem sie ihm Angebote zur unmittelbaren Teilnahme unterbreiten und Nahrung, Sitzgelegenheiten oder Entspannungsmöglichkeiten anbieten. Vor einem soziokulturellen Hintergrund gibt es außerdem Arbeiten, die aktiv mit Handlungen in die Gesellschaft einwirken und darum als "Intervention" bezeichnet werden, wobei hier die Grenzen zwischen künstlerischem Schaffen und sozialpolitischer Einflussnahme verschwimmen.
So vielfältig die inhaltlich motivierten Ausprägungen von Kunst im öffentlichen Raum sind, die unter anderem auch Spielarten wie Land Art, Graffiti und Street Art umfassen, so mannigfaltig sind die Arbeitsmaterialien, derer sich die Künstler, unter vielen sind Angela Bulloch, Carsten Höller, Sakarin Krue-On, Rirkrit Tiravanija und Lois Weinberger zu nennen, bedienen.


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