Kunst in Diktaturen
Die Rolle, die Kunst in Diktaturen einnimmt, definiert sich über das Verhältnis von Kunst, Macht und Politik. Kunst wird genutzt, um ideologische Aussagen zu treffen und politische Botschaften zu vermitteln.
Wenn Kunst als Propagandainstrument dient, kommen unterschiedliche Medien zum Einsatz. Neben Malerei, Plastik und Architektur spielen hier Plakatkunst, Theater, Sportveranstaltungen, Fotografie und Film sowie choreographierte Inszenierungen wie Aufmärsche und Massenkundgebungen eine wichtige Rolle.
Blickt man zurück, dann lässt sich einerseits feststellen, dass bestimmte Künstler und ihre Werke von den Machthabern geschätzt und anerkannt waren, da ihre Werke im Einklang mit vorherrschenden Denkfiguren und Weltanschauungen standen und die diktatorische Agitation visuell wirkungsvoll unterstützten. Kunst war Bestandteil des Propagandaapparates, der über Codes, Symbole und Zeichen das herrschende System zu legitimieren verhalf. Andererseits wurden Künstler und Werke, die nicht den gültigen Vorstellungen entsprachen, gezielt verfemt, verfolgt und vernichtet - die "Entartete Kunst" ist hierfür das bekannteste Beispiel. Obwohl nicht in Gänze generalisierbar, so war die gegenständliche, realistische Kunst im Allgemeinen angesehener als die abstrakte.
Im Bereich der Architektur sollte durch eine übersteigerte Formensprache und utopische Architekturvisionen die politische Macht sichtbar vor Augen geführt werden. Hier fällt zudem auf, dass eine bewusste Rückbesinnung auf ältere Stile im Sinne des Neoklassizismus von einer Auseinandersetzung mit der nationalen Vergangenheit genährt wurde.

