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Lexikon
Leidener Schule

Schon das 16. Jahrhundert hatte mit Lucas van Leyden (1494-1533) einen wichtigen Leidener Künstler hervorgebracht, und auch Rembrandt war ein Sohn dieser Stadt. Der erste Schüler Rembrandts, Gerard Dou (1613-75), ist zugleich Gründungsvater der Schule der sogenannten "Leidener Feinmaler": Dou entwickelte eine minutiöse, miniaturhafte Maltechnik, die mit feinsten Pinseln und unter Zuhilfenahme von Vergrößerungsgläsern jedes Detail in fotografischer Genauigkeit auf die Leinwand brachte. So wird eine emailleartig glatte Bildoberfläche erzeugt, die gemeinsam mit einer meist gefälligen und zugänglichen Motivwahl - oftmals der Blick in ein Fenster - den Eindruck der Bilder jener Schule bestimmt. Zu den Nachfolgern und Schülern von Gerard Dou, die den Leidener feinmalerischen Stil pflegten, zählen Frans van Mieris der Ältere (1635-81) und dessen Sohn Willem (1662-1747), Gabriel Metsu (1629-67), Pieter Cornelisz. van Slingelandt (1640-91) und Godfried Schalcken (auch: Gottfried Schalken, 1643-1706). Die Schule der Leidener Feinmaler bestand im mittleren und späten 17. Jahrhundert, ihre Auswirkungen sind noch im 18. Jahrhundert zu bemerken.
Neben den Feinmalern hat Leiden auch andere Künstlerpersönlichkeiten hervorgebracht: So wirkte mit Jan van Goyen (1596-1656) der Hauptvertreter einer stimmungsvollen, tonalen Landschaftskunst in der Stadt; mit Jan Steen (um 1626-79) tritt ein Meister des humorvollen Genrebildes hinzu.