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Les Peintres Maudits

Als "Les Peintres Maudits" oder "Die verfluchten Maler" wurden die während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Paris hauptsächlich auf dem Montparnasse ansässigen ausländischen Künstler bekannt, zu denen etwa Pablo Picasso, Joan Miró, Max Ernst, Giorgio de Chirico, Amedeo Modigliani, Marc Chagall, František Kupka, Chaim Soutine, Otto Freundlich und viele andere zählten. Die Kunstmetropole Paris zog ab 1900 eine große Anzahl von Künstlern aus vielen Ländern an, die häufig dort ihre Ausbildung absolvierten. Aus diesem Grund wurden sie bis 1925 "École française" genannt; eine Bezeichnung, die anschließend durch den präziseren Begriff "École de Paris" ersetzt wurde.
Die Maler der "École de Paris", die später "Les Peintres Maudits" genannt wurden, bildeten in keinerlei Hinsicht eine geschlossene Einheit. Stilistisch vertraten sie unterschiedliche Bewegungen der Avantgarde, wobei expressionistisch-fauvistische Tendenzen bis 1924 überwogen. Zudem verfügten sie über keine theoretischen Grundlagen und hatten auch keinen Anführer. Als allgemeines Prinzip galt die Toleranz.
Während des Ersten Weltkrieges nahm der Einfluss der "Peintres Maudits" in der Pariser Kunstszene stark zu, wobei ihr Erfolg auf der 1921 im Café du Parnasse veranstalteten Ausstellung einen Höhepunkt erreichte.
Dem Aufblühen der "École de Paris" standen einige Franzosen wie etwa André Derain kritisch gegenüber. So wurden Warnungen vor dem übermäßigen Einfluss fremder Künstler laut, und die Sorge um die durch ausländische Künstler "gefährdete" französische Kunsttradition wuchs in den folgenden Jahren. Vor allem Bezeichnungen wie "École française" und "École de Paris" wurden unter dem Vorwand abgelehnt, sie seien nur für französische Künstler zulässig. Die jüdische Herkunft vieler "Peintres Maudits" verstärkte die Ausgliederung der "École de Paris" in den dreißiger Jahren, wobei viele Künstler zur Auswanderung gezwungen wurden.