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London Group

Mitglieder der "Camden Town Group" waren im November 1913 an der Gründung der Ausstellungsvereinigung "London Group" ebenso beteiligt wie ungebundene Avantgardisten. Unter den Mitgliedern der ersten Stunde sind David Bomberg, Henri Gaudier-Brzeska, Jacob Epstein, Charles Ginner, Spencer Gore, Percy Wyndham Lewis, John Nash, Christopher Nevinson und Edward Wadsworth zu benennen. Harold Gilman wurde zugleich der erste Präsident der London Group, bis er 1919 der Spanischen Grippe erlag. Während des Ersten Weltkrieges verließen unter anderem die Vortizisten Edward Wadsworth und Percy Wyndham Lewis sowie Jacob Epstein die London Group, Henri Gaudier-Brzeska und Spencer Gore rechnen zu den Opfern des Krieges. Bis 1930 richtete die London Group jährlich zwei Ausstellungen aus, danach ging man zu Jahresschauen über.
Die Künstler der London Group pflegten keinen homogenen Stil, Werke des Kubismus und Vortizismus lassen sich ebenso finden wie postimpressionistisch geprägte Arbeiten. So trug bezeichnenderweise die erste Ausstellung der Gruppierung, die zum Jahreswechsel 1913/1914 in Brighton unter der Obhut der Camden Town Group stattfand (erst 1914 folgte die erste Schau unter dem Namen "London Group"), den Untertitel: "An Exhibition of the Work of English Post-Impressionists, Cubists and Others". Geeint wurde die Gruppe durch ihre avantgardistische und progressive, bewusst stilistisch unabhängige Haltung, die sich gegen die konservative Royal Academy wandte.
Diese Ausrichtung blieb auch für die weitere Geschichte der London Group prägend. In den späteren 1910er Jahren gewann mit Roger Fry, Vanessa Bell und Duncan Grant die Kunst der Bloomsbury Group innerhalb der London Group an Einfluss. Daneben rechnen Frank Dobson, Mark Gertler und Matthew Smith zu den bedeutenden Künstlern, die in den 1920er Jahren zur London Group gehörten.
Auch die Skulptur spielte innerhalb der London Group eine bedeutende Rolle: Henry Moore, Barbara Hepworth, Maurice Lambert und John Skeaping traten 1930 der Gruppierung bei. In den ausgehenden 1930er Jahren bot die London Group auch den Realisten der Euston Road School ein bedeutendes Forum.