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Lexikon
Louis-quatorze

Louis-quatorze bezeichnet den offiziellen, repräsentativen Stil des französischen Hochbarock, der am Hof von Frankreichs absolutistischem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. ("Le Roi Soleil", Regierungszeit 1643-1715) gepflegt wurde. Der König wirkte als freigiebiger Mäzen der Künste, deren Aufgabe es im Gegenzug zu sein hatte, seine Herrschaft und Macht zu glorifizieren.
Als ein Hauptvertreter des Stils, der die Formensprache des Barock-Klassizismus unter repräsentativem Vorzeichen verwendet, gilt Charles Le Brun (1619-90), Gründungsmitglied der königlichen "Académie Royale de Peinture et de Sculpture", der als Hofmaler, Innenarchitekt und Dekorateur das Louis-quatorze prägte. Als "Premier Peintre du Roi" schuf Le Brun stattliche, oftmals die Herrschertugend allegorisierende Bildzyklen wie jenen zum Leben Alexanders des Großen im Pariser Louvre.

Auf dem Feld der Innendekoration zeichnete Le Brun für den spezifischen, zugleich prunkvollen und klassizistisch-ausgewogenen Möbelstil jener Jahre verantwortlich. Den bevorzugten Ornamentstil des Louis-quatorze prägte der Kupferstecher Jean Lepautre (1618-82), dessen üppige, akanthusbetonte Stiche vielgenutzte Vorlageblätter des Kunsthandwerks wurden.
In der Architektur gilt das prunkvolle Versailler Schloss, umgebaut durch Louis Le Vau, François d'Orbay und Jules Hardouin-Mansart, als mustergültiges Beispiel des Louis-quatorze. Auch die Cathédrale Saint-Louis des Invalides, ein Werk des Hofarchitekten Jules Hardouin-Mansart, kann als Exempel angeführt werden.