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Lexikon
Magischer Realismus

Den Begriff des Magischen Realismus führte zuerst der Kunstkritiker Franz Roh ein, wobei er den sozial- und zeitkritischen Verismus mit in die Strömung einbezogen wissen wollte. Heute wird der Magische Realismus als eigene Stiltendenz innerhalb der Neuen Sachlichkeit verstanden.
Carl Grossberg (1894-1940), Franz Radziwill (1895-1983) und in Teilen seines Werkes auch Georg Scholz (1890-1945) gelten als Hauptvertreter des Magischen Realismus, der sich durch eine wirkungsvolle Verknüpfung von realistischen und surrealistischen Formelementen auszeichnet. Raffiniert komponierte Räumlichkeiten und eigentümliche, traumhaft-magische Lichteffekte sind charakteristisch für die Kunst des Magischen Realismus, der häufig ein dämonischer und bedrohlicher Stimmungsgehalt zu eigen ist. Die Sujets sind oftmals auf die Veränderungen der aktuellen Lebenswirklichkeit bezogen: Technik und Maschinen bilden einen thematischen Schwerpunkt in der Malerei des Magischen Realismus.
Der Magische Realismus erlebte auch in der Kunst nach 1945 eine reiche Nachfolge und fand beispielsweise in Konrad Klapheck einen bedeutenden Meister.