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Makart-Stil

Hans Makart (1840-84) ist der bedeutendste Vertreter der österreichischen Monumental- und Historienmalerei, dessen Oeuvre stilgeschichtlich einer neobarocken Bildsprache verpflichtet ist. Nicht nur aufgrund seiner bildkünstlerischen Errungenschaften, vielmehr wegen seines prunkvollen, fast exzentrischen Lebensstils wurde Makart als "Malerfürst" bezeichnet. Ausschlaggebend hierfür waren sicherlich die Wiener Atelier- und Wohnräume des Künstlers, welche ihm nach seiner Berufung an die Akademie 1869 auf Staatskosten bereitgestellt wurden. Die Ausstattung der Räume übernahm Makart höchstpersönlich: Antiquitäten und Kostbarkeiten aus aller Welt wie Teppiche, Rüstungen, Tierfelle und Waffen sowie üppige Pflanzenarrangements machten vor allem das große Atelier zu einem Gesamtkunstwerk, das Besucher gleich einem Museum täglich für eine Stunde besichtigen konnten und in dem rauschende Künstlerfeste gefeiert wurden. Aus dieser überbordenden Raumdekoration entwickelte sich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts der sogenannte Makart-Stil, der dann besonders in Deutschland und Österreich den Einrichtungsgeschmack prägte. Bekannt ist vor allem das "Makart-Bouquet", ein Gebinde künstlicher oder getrockneter, zum Teil vergoldeter und durch Federschmuck ergänzter Blumen, Blätter und Gräser, das seine volle Wirkung in Kombination mit massiven dunklen Holzmöbeln im Neorenaissance-Stil entfaltete. Ein zweiter Höhepunkt der Makart'schen Raumausstattung ist das Arbeitszimmer von Nikolaus Dumba, das der Künstler zwischen 1871 und 1872 einrichtete und mit Wand- und Deckengemälden, dunklen Holzvertäfelungen und schweren, reich verzierten Möbeln einmal mehr in ein Gesamtkunstwerk verwandelte.