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Lexikon
Maschinenkunst

Die Maschinenkunst ist eine im Konstruktivismus beheimatete Kunstrichtung. Aufgrund ihrer Orientierung an Architektur und Technik, der Ästhetisierung technoider Formen und Materialien sowie der Konzentration auf Bewegung und Dynamik wird die Maschinenkunst auch als Ingenieurkunst bezeichnet. Die Etablierung der Maschinenkunst war auf theoretischer Ebene verknüpft mit dem gesellschaftspolitischen Ansinnen, den technischen und maschinellen Fortschritt für die Gemeinschaft nutzbar zu machen.
Begründer und zugleich Hauptvertreter der Maschinenkunst ist Wladimir Tatlin (1885-1953), der zunächst ab etwa 1914 in seinen sogenannten "Konterreliefs" die Material- und Raumästhetik von Glas, Gips, Eisen, Holz und Draht auslotete und damit maßgeblich zur Entwicklung der Maschinenkunst beitrug. Von Wladimir Tatlin stammen in der Folge die maßgeblichen künstlerischen Umsetzungen im Bereich der Maschinenkunst.
Das wichtigste und zugleich eindrucksvollste Projekt ersann Wladimir Tatlin 1919/20 mit den Plänen zum "Monument der Dritten Internationalen". Dabei handelt es sich um einen über 300 Meter hohen, nach oben schmaler werdenden, sich spiralförmig empor schraubenden Stahlskelett-Turm, in den geometrische, sich zyklisch bewegende Raumkörper - Kubus, Zylinder und Pyramide - eingesetzt wurden, die in Entsprechung zu den verschiedenen Aufgaben eines Staates Platz für unterschiedliche Ämter bereitstellen sollten. Das Konzept wurde niemals ausgeführt.
Ein weiterer Höhepunkt im Werk von Wladimir Tatlin ist der Flugapparat "Letatlin" (1932), der die Dynamik des Fliegens ästhetisch einfängt.