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Medienkunst

Der Terminus "Medienkunst" umschreibt künstlerische Techniken, die seit den 1970er Jahren verstärkt zum Einsatz kommen. Medienkunst umfasst im engeren Sinne unterschiedliche Gattungen wie die Netzkunst, die Videokunst oder die Mail Art. Das wichtigste gemeinsame Kennzeichen von Kunstwerken, die dem Bereich Medienkunst zuzurechnen sind, liegt, wie es der Begriff bereits verrät, im "Medium", welches zur Herstellung und Präsentation des Kunstwerkes verwendet wird. Dabei handelt es sich in erster Linie um mediale Techniken der Film- und Tonaufnahme wie die Videoaufzeichnung und -wiedergabe oder die Programmierung, wobei sowohl analoge als auch digitale Verfahren zur Anwendung kommen. Seit den ausgehenden 1980er Jahren rücken zudem interaktive Multimedia-Arbeiten in den Fokus, die den Betrachter unmittelbar einbinden. Ferner bedient sich die Kunst der Medien Brief, Paket und Postkarte, mit denen Botschaften vermittelt werden - mit diesem Gegenstandsbereich beschäftigen sich "Mail Art" und "Correspondence Art".
Die Wurzeln der Medienkunst reichen weit zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, entstanden doch bereits in der Avantgardekunst von Expressionisten, Dadaisten und Futuristen filmische Experimente - hervorzuheben sind hier die an der abstrakt-expressionistischen Bildsprache orientierten animierten Filmstudien von Viking Eggeling, Oskar Fischinger oder Walter Ruttmann. Zu erwähnen sind außerdem Kunstwerke, die mit der Ästhetik von Bewegung, Licht und Raum spielen, wie es unter anderem László Moholy-Nagys "Licht-Raum-Modulator" (1922-30) oder die Lichtvorführungen von Ludwig Hirschfeld-Mack in den 1920er Jahren zeigen. Diese frühen Beispiele offenbaren den Antrieb der Künstler, neue ästhetische Dimensionen und Strategien jenseits der tradierten Gattungen zu erschließen.
Medienkunst bedient sich eines breiten Spektrums von künstlerischen Techniken, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts vorgeprägt wurden. Dazu zählt einerseits die Installation, da es sich bei Medienkunst häufig um aufwändige Arrangements verschiedener Projektoren, Leinwände und Monitore im Raum handelt. Daneben kommen aus dem Bereich der Aktionskunst wichtige Impulse, weil nicht selten der Künstler im aufgezeichneten Film agiert und Handlungssequenzen vorführt. In Abgrenzung zur Aktionskunst, deren Status als Kunstwerk sich auf den Moment der Aufführung beschränkt, ist Medienkunst eine reproduzierbare Kunst, die mit dem Betätigen des Startknopfes beginnt. Manchmal entstehen Werke, in denen sich die Handlung über mehrere Stunden erstreckt.
Insbesondere digitaler Kunst ist darüber hinaus eine besondere Dimension zu eigen, da hier nicht länger ein vorhandenes Geschehen aufgezeichnet werden muss, sondern gänzlich immaterielle Phänomene für den Rezipienten in ein erfahrbares Medium überführt werden.
Zu den Hauptvertretern im Bereich Medienkunst zählen Matthew Barney, Klaus vom Bruch, Gary Hill, Bjørn Melhus, Bruce Nauman, Tony Oursler, Pipilotti Rist und Bill Viola.


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