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Miniaturbuch

Das Miniaturbuch wird auch Kleinstbuch, Zwergbuch, Minibuch oder Mikrobuch genannt. Dies sind sehr kleinformatige Bücher, deren Seitenmaße einschließlich Einband nicht mehr als bis zu 76,2x76,2 mm (3x3 inches) betragen. Im deutschsprachigen Raum rechnet man auch noch Bücher dazu, deren Buchblock-Maße 100x100 mm nicht überschreiten. Miniaturbücher finden sich in fast allen Wissensgebieten, besonders jedoch bei religiöser Literatur, Kinderbüchern und bei Almanachen sowie Erotika und Reisebibeln. Als das älteste Miniaturbuch gilt das "Officium Beatae Virginis Mariae", das ein Format von 76 x 51 mm hat und im Jahr 1486 von Matthias Moravus in Neapel gedruckt wird. Für mehr als 200 Jahre galt das Gedichtbuch "Bloem-Hofje" von C. van Lange mit den Maßen 12x8 mm, das ca. 1674 in Amsterdam gedruckt wird, als das kleinste gedruckte Buch. Gerade im 17. Jahrhundert entstehen viele Miniaturbücher. Im 20 Jh. ist die Miniaturisierung so weit voran geschritten, dass "The Lords Prayer" (Japan, Toppan 1981) nur noch 1,4 mm² groß ist. Miniaturbücher sind auch heutzutage noch ein beliebtes Sammlergebiet. Im Guinness-Buch der Rekorde sind Miniaturbuch-Sammler mit über 5.000 Titeln verzeichnet. Die Leidenschaft für die kleinsten Bücher besteht neben der Freude an der technischen und künstlerischen Leistung sicherlich auch aus der Faszination über ihre Zierlichkeit sowie der Möglichkeit, das Buch jederzeit mit sich führen und vor anderer Augen verbergen zu können. (Weitere Informationen zu diesem Thema: - Bondy, L.W., Miniature books. London, Sheppard Press 1981; - Mikrobiblion. Das Buch von den kleinen Büchern. Berlin, Horodisch & Marx 1929)


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