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Lexikon
Moderne Literatur

Moderne Literatur ist ein eher ungenauer, vermutlich von Eugen Wolff in Kiel geprägter Begriff, der in seinem Ursprung alle zwischen 1870 und 1920 entstandene Literatur bezeichnet und diese insbesondere von den traditionellen Schriften der vorherigen Zeit abgrenzen soll. Zur Modernen Literatur werden unter anderem Strömungen wie der Naturalismus, Impressionismus, Symbolismus und Expressionismus gezählt. Trotz ausgeprägter regionaler Besonderheiten ist der Charakter der Moderne vor allem länderübergreifend.

Als bedeutende Vertreter sind etwa Alfred Döblin (Berlin Alexanderplatz), Gustave Flaubert, Marcel Proust, James Joyce (Ulysses), Virginia Woolf (Mrs. Dalloway), Hermann Broch und August Strindberg zu nennen. Wesentliche Voraussetzung für das Entstehen des Phänomens Moderne Literatur waren die Werke von Albert Einstein (Relativitätstheorie), Max Planck (Quantentheorie) und Sigmund Freud (Traumdeutung), die mit ihrer Betonung der Zufälligkeit und Heterogenität allen Geschehens das traditionelle Weltbild der Menschen jener Zeit nachhaltig erschütterten und damit eine neuartige Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit forderten. Dies schlug sich in den Werken der Modernen Literatur beispielsweise in einer die Handlungs-Stringenz ungünstig beeinflussenden Verflechtung von vielfältigen Bezügen nieder mit dem Ziel bzw. Ergebnis eines polyperspektivischen Interpretationszugangs. Auch gewann die Sprachlichkeit im Vergleich zum Inhalt an Bedeutung, rückte sogar ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Mehr zum Thema kann z. B. W. Kosch, Deutsches Literatur-Lexikon entnommen werden, wie auch G. von Wilpert, Sachwörterbuch der Literatur.



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