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Neue Künstlervereinigung München

Die "Neue Künstlervereinigung München", auch kurz als N. K. V. M. bekannt, wurde 1909 gegründet. Sie gilt als unmittelbarer Vorgänger der expressionistischen Künstlergruppe "Der Blaue Reiter". Kern der "Neuen Künstlervereinigung München" war eine Gruppe russischer Künstler, zu der führende Persönlichkeiten des späteren "Blauen Reiters" wie Wassily Kandinsky (1866-1944), Alexej von Jawlensky (1865-1941) und Marianne von Werefkin (1860-1938) zählten. Maler anderer Nationalitäten, etwa Franz Marc (1880-1916), schlossen sich der Vereinigung bald an.
Die "Neue Künstlervereinigung München" bestand außerdem aus einigen Kunsthistorikern, Tänzern, Musikern und Literaten. Die Verbindung unterschiedlicher künstlerischer Bereiche war ein Hauptanliegen des Vorsitzenden der "Neuen Künstlervereinigung München", Wassily Kandinsky, und basierte auf dem Prinzip der inneren Wahrnehmung der Welt, das später als "innere Notwendigkeit" bekannt wurde. Mit seinen Idealen griff Wassily Kandinsky auf romantische Traditionen und Prinzipien des Jugendstils zurück, die in konservativen Kreisen Münchens allerdings auf Unverständnis stießen.
Stilistisch waren die Künstler der "Neuen Künstlervereinigung München" denkbar verschieden. Während Wassily Kandinsky bereits formale Experimente mit leuchtenden und abstrahierten Farbflächen durchführte, die auf die Werke der Zeit des "Blauen Reiters" vorausweisen, beschäftigten sich die meisten Maler mit dem Postimpressionismus und dem Fauvismus.
Nach den ersten beiden Ausstellungen der "Neuen Künstlervereinigung München" verstärkten sich die inneren Spannungen zwischen den Mitgliedern. Um Wassily Kandinsky und Franz Marc gruppierten sich diejenigen Künstler, welche den Forderungen der Traditionalisten um Alexander Kanoldt (1881-1939) und Adolf Erbslöh (1881-1947) nicht nachkommen wollten. Als Wassily Kandinskys Gemälde "Komposition V" wegen eines geringfügig zu großen Formates für die dritte Ausstellung der "Neuen Künstlervereinigung München" abgelehnt wurde, kam es zur Abspaltung. Zunächst verließen Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter und Alfred Kubin die "Neue Künstlervereinigung München", 1912 folgten Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin.


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