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Lexikon
Neue Wilde in Berlin

Rainer Fetting (geb. 1949), Helmut Middendorf (geb. 1953), Salomé (geb. 1954, eigentlich Wolfgang Ludwig Cihlarz) und Bernd Zimmer (geb. 1948) stehen am Beginn der "Neuen Wilden": Schon 1977 gründeten sie in Berlin eine "Selbsthilfegalerie" am Moritzplatz, die bald zum Dreh- und Angelpunkt der Berliner "Wilden Szene" werden sollte. Die frei figurativen Werke der vier Berliner Künstler, von kraftvollem Kolorit und erhöhtem subjektivem Gehalt, wurden spontan und schnell auf die oft großen Leinwände geworfen - eine Arbeitsweise, die eine Charakterisierung als "Heftige Malerei" klar rechtfertigt. Holzschnittartig derbe Konturierungen und expressive Farbigkeit verknüpfen die Berliner "Neuen Wilden" mit dem Expressionismus der Moderne und charakterisieren sie als Neoexpressionisten. Zitathaftigkeit, etwa in Fettings "Duschbildern" oder dem "van Gogh-Zyklus", charakterisiert daneben die "postmoderne" Verankerung der Berliner "Neuen Wilden".
Thematisch konzentrierte sich Bernd Zimmer auf die Landschaft, wobei der lustvoll-sinnliche Malakt wahrnehmbar wird. Helmut Middendorf bevorzugte Szenen der Großstadt Berlin, dabei durchaus Bezüge zu den Werken von Max Beckmann oder Otto Dix herstellend. Rainer Fetting und Salomé schufen insbesondere männliche Akte, Erstgenannter in schockierender Malweise, Zweiter mit ebensolchen Motiven.
Die Berliner "Neuen Wilden" betrieben eine tatsächliche "Heftige Malerei", die von impulsiver Sinnlichkeit gekennzeichnet ist, während man sich in Köln und Hamburg geringfügig weniger ekstatisch gab.


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