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Polargebiete

Die Region innerhalb des nördlichen Polargebietes wird als Arktis bezeichnet. Die Arktis umschließt Teile von Rußland, Alaska (USA), Kanada, Grönland, Lappland (Norwegen, Schweden, Finnland) und Spitzbergen, sowie den Arktischen Ozean. Die Bezeichnung Arktis stammt vom griechischen Wort Artiklós (Bär) und bedeutet Land unter dem (Sternbild des) großen Bären. Polaris, der Polarstern, liegt fast exakt über der Arktis. Anfang des 19. Jahrhunderts vertrat der Amerikaner John C. Symmes eine Theorie, nach der Arktis und Antarktis Öffnungen ins Erdinnere darstellen. Doch bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war man sich einig, daß die Arktis und Antarktis keine Öffnungen ins Erdinnere sind. Viele Pflanzen, Tiere und Menschen müssen in den Land- und Meeresgebieten der Arktis extremen Umweltbedingungen standhalten.

In dem nördlichen Polargebiet leben derzeitig etwa zwei Millionen Menschen. Zu dieser Bevölkerung zählen Inuit, Nenzen, Jakuten und Saami. Zudem leben in diesem Polargebiet zahlreiche Skandinavier, Russen und Nordamerikaner. Das Typische Tier der Arktis ist der Eisbär. Die Arktis ist kein Kontinent, da sich unter dem Eis der Arktis kein Land befindet, sondern ein 5000 Meter tiefer Ozean. Das Gesamtvolumen der Arktis beträgt ungefähr 3 100 000 Quadratkilometer. Würde alles Eis der Arktis schmelzen, wäre mit einem Anstieg des Meeresspiegels von bis zu 8 Metern zu rechnen.

Die Hochländer der Arktis überschreiten nur selten die 200-m Grenze. Trotzdem haben Frostverwitterungen und Gletscher steile Formen in der Arktis geschaffen, die als Eisberge im arktischen Meer zu finden sind. Die wichtigste Bibliographie zum nördlichen Polargebiet, der Arktis, stellt die Arctic Bibliography des Arctic Institute of North America dar.

Die Antarktis (wörtlich: Gegen-Arktis) umschließt die um den Südpol gelegenen Land- und Meeresgebiete. Im Zentrum des südlichen Polargebietes liegt der Kontinent Antarktika, der irrtümlicher weise manchmal selber Antarktis genannt wird. Das auffälligste Merkmal dieses Plargebietes ist die fast völlige Vereisung. Rund 90 % des Eises und 75% des Süßwassers der Erde sind in der Antarktis eingefroren. Nur etwa 280.000 km² der Antarktis und ihren Kontinents sind eisfrei, was etwa 2,4% der Gesamtfläche der Antarktis entspricht.

Die Antarktis wurde 1820 von verschiedenen Forschern und Seefahrern erschlossen. Die 52 km² große Antarktis wird in einen West- und einen wesentlich größeren Ostteil eingeteilt. Das höchste Gebirge der Antarktis ist das 5.140 m hohe Vinson-Massiv, der tiefste Punkt der Antarktis ist mit 2.538 m unter dem Meeresspiegel der subglaziale (unter dem Eis liegende) Bentleygraben im Ostteil der Antarktis.

Hinsichtlich des Klimas ist die Antarktis ein Extremfall: Die Antarktis ist mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von minus 55 °C der kälteste Kontinent der Erde und die tiefste, jemals in freier Natur aufgezeichnete Temperatur, minus 89,2 °C, wurde auf dem Polarplateau, dem Zentralplateau der Antarktis, gemessen.

Das antarktische Polargebiet ist auch der windigste Kontinent: Im Juli 1972 wurde durch die Dumont-d´Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen. Die Antarktis ist umgeben von einer riesigen Packeiszone, die große Schwärme von Krill beherbergt. Diese Krill der Antarktis bildet den Beginn einer Nahrungskette für Meeres- und Landtiere wie Fische, Wale, Kalmare, Seelöwen, Pinguine und zahlreiche Meeresvögel.

Auf dem Packeis der Antarktis brüten zwei Pinguinarten: Der Kaiserpinguin und der Adeliepinguin. Die Antarktis beherbergt keine menschliche Bevölkerung im eigentlichen Sinne, in den 80 Forschungsstationen der Antarktis leben jedoch im Sommer ca. 4000 und im Winter ca. 1000 Menschen. Allein auf der größten Forschungsstation der Antarktis, McMurdo, lebten im Juli 2005 (also mitten im Winter) 79 Frauen und 162 Männer. Wichtige Werke über dieses südliche Polargebiet sind u. a. Die deutsche Südpolar-Expedition von E. von Drygalski, The Geography of the Polar Regions von Nordenskjöld und Mecking sowie Antarctica von Hayes. Als eine der wichtigsten Bibliographien kann Die Literatur über die Polar-Regionen der Erde von Josef Chavanne genannt werden.



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