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Lexikon
Rembrandt-Schule

Rembrandt Harmensz. van Rijn (1606-69), Müllersohn aus Leiden, ist Hauptmeister nicht nur des Amsterdamer, sondern des holländischen Barock. Schon in jungen Jahren hatte Rembrandt insbesondere als Porträtist einige Berühmtheit erlangt, und in Amsterdam erhielt er, bald ein gefeierter Künstler, so zahlreiche Aufträge, dass er selbst zum Kunstsammler wurde und 1639 mit seiner Frau Saskia ein Haus an der Amsterdamer Breestraat beziehen konnte - das er jedoch über einen Kredit zu finanzieren gedachte. Bald darauf geriet Rembrandt in massive finanzielle Schwierigkeiten, die 1656 in seinen Bankrott mündeten.
Im späten 17. und im 18. Jahrhundert war Rembrandt, der verarmt 1669 gestorben war, nahezu vergessen, doch zu Lebzeiten wirkte sein Werk stilbildend und wurde vielfach kopiert und rezipiert. Charakteristika seines Stils sind die Ablehnung der Idealisierung und ein frischer, intimer Naturalismus sowie ein offener, malerischer Duktus, der weiches, ausgeprägtes und brauntoniges Hell-Dunkel mit eigentümlich schillernden Farben verbindet. Thematisch widmete sich Rembrandt, der auch als Graphiker Bedeutendes geleistet hat, Historien, Porträts, Landschaften und religiösen Motiven.
Die Nachfolge Rembrandts wurde maßgeblich durch seine direkten Schüler geprägt. Bereits 1625 eröffnete er, nach nur einem halben Jahr als Lehrjunge bei Pieter Lastman, seine erste Werkstatt in Leiden. Jan Lievens (1607-74) wurde sein Compagnon, der erste Schüler war 1628 Gerard Dou. In Amsterdam trat Rembrandt 1634 der Lukas-Gilde bei und bildete fortan zahlreiche - nach Schätzungen rund 50 - Schüler aus, die im Dachgeschoss seines Hauses gezielt nach Gemälden und Stichen des Meisters kopierten, um sich dessen Stil anzueignen. Längst nicht alle dieser direkten Nachfolger sind namentlich bekannt, zu den berühmtesten zählen Govaert Flinck, Ferdinand Bol, Gerbrandt van den Eeckhout, Arent de Gelder, Willem Drost, Samuel van Hoogstraten und Nicolaes Maes.