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Salon de la Rose + Croix

Der "Salon de la Rose + Croix" wurde 1892 von dem Schriftsteller Joséphin Péladan (1859-1918) gegründet und fand bis 1987 jährlich in Paris statt. Hinter diesen Ausstellungen stand der Orden vom Rosenkreuz, der sich auf dessen Gründer im 15. Jahrhundert, Christian Rosenkreuz, berief. Die Bruderschaft und die Kunst, die sie förderte, hatten trotz ihrer deklarierten katholischen Überzeugungen einen ausgeprägten esoterischen Charakter und waren für die damalige okkulte Pariser Szene bestimmend. Ihr Zeichen war, dem Namen entsprechend, eine Rose kombiniert mit einem Kreuz.
Péladan, der sich selbst Sâr Mérodak (Großmeister) nannte, war ein exzentrischer Katholik und wollte das wahre heilige Grab in Jerusalem gefunden haben. Zusammen mit dem Dichter Saint-Pol Roux und dem Comte Antoine de la Rochefoucauld entwickelte er das Programm der ästhetischen "Gebote" der Rosenkreuzer. Darin verbannen sie die Historienmalerei, das Genre, das Porträt und im Allgemeinen jegliche Szene des zeitgenössischen Lebens. Die Kunst soll statt dessen dem mystisch-katholischen Ideal unterworfen sein und sich von Legenden, Mythen, Träumen und Allegorien inspirieren lassen.
Der "Salon de la Rose + Croix" bot dem ohnehin zum Okkultismus neigenden Symbolismus einen ideologischen Rahmen und zog während seines sechsjährigen Bestehens viele Künstler aus ganz Europa an. Insgesamt stellten ca. 230 unterschiedliche Künstler dort ihre Werke aus. Darunter hervorzuheben sind Ferdinand Hodler, Carlos Schwabe, Jan Toorop, Fernand Khnopff, Jean Delville, Georges Minne und Xavier Mellery sowie manche Mitglieder der "Gruppe Nabis" und der "Schule von Pont-Aven" wie Émile Bernand, Félix Valloton und Charles Filiger.