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Stahlstich

Der Stahlstich (Siderografie) gehört zu den grafischen Tiefdrucktechniken. Der Stahlstich wurde in der Nachfolge des Kupferstichs entwickelt. Wegen der relativ raschen Abnützung der Kupferplatten, wurde immer wieder nach robusteren und härteren Materialien für die Druckplatte gesucht. Der Engländer Charles Heath fand 1820 eine Methode, den weitaus härteren Stahl zu gravieren. Die Zeichnung wird mit dem Grabstichel in eine enthärtete Stahlplatte graviert oder auch - wie bei der Radierung - geätzt. Der Stahlstich erfordert viel zartere und engere Linien als der Kupferstich. Er eignet sich besonders für sehr feine, kleine Darstellungen, erreicht aber nicht die satte Tiefe des Kupferstichs. Der Stahlstich findet im 19. Jahrhundert seine hauptsächliche Verwendung in der Buchillustration und als Reproduktionstechnik, für den Druck von Briefmarken oder Banknoten. Die nahezu unbegrenzte Auflagenhöhe diente in erster Linie kommerziellen Interessen. Erst mit dem Aufkommen technisch noch perfekterer und kostengünstigerer Lösungen ist der Stahlstich so gut wie verschwunden.