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Surrealistische Figurationen 1945-1960

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es einerseits zu einem Wiederanknüpfen an den Surrealismus der 1920er Jahre, was in der Kunst des Phantastischen Realismus zu beobachten ist, zugleich aber auch zu Erweiterungen und Verwandlungen der surrealistischen Ideen, die unter dem großen Überbegriff eines Post-Breton-Surrealismus gefasst werden können.
Im Zeitalter der Abstraktion galt der Surrealismus als figurative Kunst jedoch nicht mehr so viel wie noch in den 1920er und 1930er Jahren. Dennoch existierte er weiter, insbesondere in Bretons hartnäckigen Versuchen der Wiederbelebung: Dieser organisierte 1947 gemeinsam mit Duchamp in Paris eine Surrealisten-Ausstellung, 1959/60 folgte mit der Pariser Schau "E.R.O.S." eine Würdigung des internationalen Surrealismus, und 1965, ein Jahr vor Bretons Tod, fand die Ausstellung "L'écart absolu" (die absolute Abweichung) statt. Hinzu kamen zahlreiche Publikationen, die eine Fortdauer des Surrealismus ermöglichten.
Auch Künstler aus der ersten Generation des Surrealismus arbeiteten strenggenommen weiter in diesem Stil, wenngleich nicht immer unbeeindruckt von den Veränderungen der Kunstlandschaft jener Jahre. Salvador Dalís "Klassische Periode" ist ebenso vom Surrealismus geprägt wie viele von Max Ernsts späteren Werken, auch René Magritte oder Jean Miró können noch nach dem Krieg als Surrealisten bezeichnet werden.
Der nur teilweise begründete Vorwurf, den der Nachkriegssurrealismus häufig ertragen muss, handelt von Ideenlosigkeit, Kitsch und der bloßen Wiederholung hergebrachter Schemata und ist besonders der druckgraphischen Schwemme - etwa im Falle der unzähligen "Dalí-Lithographien", die Dalí selbst nie zu Gesicht bekommen hatte - geschuldet.
Die surrealistische Figuration nach 1945, die häufig mit dem strenggenommen der Vorkriegskunst zugehörigen Terminus des "Magischen Realismus" umschrieben wird, zeichnet sich, gleich dem Vorkriegssurrealismus, durch traumhaft-phantastische, im Wortsinne "über-reale" Stoffe und eine oftmals feinmalerische Malweise aus, zeigt aber teilweise auch Anklänge an die modernen Techniken und Stilformen etwa des Informel oder der Pop Art.
Zu den Hauptvertretern des Nachkriegssurrealismus rechnen etwa Matthias Brandes, Otfried H. Culmann, Rolf Escher, Konrad Klapheck, Günther Thiersch oder Paul Wans. In den Niederlanden sind Raoul Hynckes oder Albert Carel Willink zu nennen, in Österreich Karl Goldammer und in den USA Paul Cadmus und George Tooker.


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