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Lexikon
Theologie

Die Theologie, griechisch von q e o V (Gott) und l o g o V (Lehre) abgeleitet, ist die allgemeine Lehre von Glaubenssystemen und Glaubensdokumenten. Oft ist die Wissenschaft vom christlichen Glauben gemeint.

Ursprünglich nannten griechische Schriftsteller die Dichter, Philosophen oder Ausleger der Orakelsprüche als Theologen, also als Aufdecker des Wahrheitsgehalts in religiösen Mythenerzählungen. Dieses mythische Verständnis von Theologie findet sich erstmals bei Platon im Werk Der Staa". Aristoteles dagegen bezeichnet die Mythenerzähler selbst als Theologen. Darüber hinaus verwendet Aristoteles den Theologiebegriff auch als philosophische Refelexion der metaphysischen Dimension.

Seine besondere Bedeutung erhielt der Begriff Theologie aber erst innerhalb des Christentums. Mit den ersten christlichen Theologieschulen im 4. und 5. Jahrhundert etablierte sich der Begriff Theologie endgültig im christlichen Sprachgebrauch. Die Theologie wurde jedoch meist spezialisiert gebraucht: als zusammenfassende Bezeichnung der im Rahmen frühchristlicher Lehrbildung (Christologie, Trinität) entstandenen "Lehre von Gott". Zum Oberbegriff für die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Gegenständen der christlichen Tradition, wie der Bibel (als historisches und damit wissenschaftlicher Untersuchung zugängliches Zeugnis der Offenbarung Gottes) und den anderen schriftlichen Zeugnissen des Glaubens (»Glaubensurkunden«) wurde der Begriff der Theologie jedoch erst mit dem Beginn der Scholastik ab 1200.

Somit wurde Theologie zur sog. Glaubenswissenschaft, z. B. bei Thomas von Aquin. Bis heute wird die Bezeichnung Theologie in diesem Sinne verwendet. Inzwischen wird der Theologiebegriff auch auf die systematischen Lehren anderer Religionen (z.B. Theologie des Islam), religiöser Schulen (Theologie der Schule von Chartres, des Sufismus u.a.) oder auch auf einzelner Autoren oder biblischer Bücher (Theologie Luthers, des Markusevangeliums usw.) angewandt. Dies ist jedoch nicht unproblematisch, denn der Begriff wird innerhalb dieser Religionen oft kritisch betrachtet. So sprechen viele jüdische Gelehrte (hier nicht Theologen) von jüdischer Rechtsauslegung, Kasuistik oder einfach nur Lehre.



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