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Ulmer Hochschule für Gestaltung

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) wurde 1953 auf Initiative von Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und Max Bill, der selbst am Bauhaus studiert hatte, in Ulm gegründet.
In der ersten Phase finden sich viele Berührungspunkte zwischen dem Unterricht an der HfG und der Bauhauslehre. Der erste Grundkurs, in dem die visuellen Fähigkeiten der Studenten geschult wurden, orientierte sich am Vorkurs-Unterricht des Bauhauses. Mit Walter Peterhans unterrichtete ein ehemaliger Bauhäusler; Helene Nonné-Schmidt, Witwe des Bauhausmeisters Jost Schmidt, lehrte Formen- und Farbenlehre nach den Methoden Paul Klees; Johannes Itten und Josef Albers hielten Gastvorlesungen ab. Entsprechend des Werkstattprinzips arbeiteten die Studenten im Verlauf ihres Studiums in unterschiedlichen Abteilungen, darunter Visuelle Kommunikation, Bauen, Produktdesign und Filmgestaltung. Mit der Zeit wurde die Bauhauslehre zunehmend kritisch hinterfragt und trat allmählich in den Hintergrund.
Zu den bekanntesten Designstücken der HfG zählt der 1954 von Max Bill, Hans Gugelot und Paul Hildinger entworfene "Ulmer Hocker", der jedem Studenten als ebenso schlichtes wie universales Möbelstück diente und mittels einer Haltestange bequem transportiert werden konnte.
Die Abspaltung der Filmabteilung zu einem eigenständigen, von der HfG unabhängigen Institut und die Zuspitzung der finanziellen Situation führten zur Schließung der Schule im November 1968. Der Einfluss der HfG sollte sich jedoch durch die Tätigkeit ehemaliger Studenten und Dozenten forttragen.