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Valori Plastici

Valori Plastici (italienisch für "plastische Werte") ist der Titel einer 1918 von Mario Broglio (1891-1948) gegründeten italienischen Kunstzeitschrift, die sich gegen die Moderne (Kubismus, Expressionismus, Abstraktionstendenzen) und besonders gegen den Futurismus wandte. Die Zeitschrift, die von einem Ex-Futuristen und glühenden Anhänger der Pittura Metafisica, Carlo Carrà (1881-1966), unterstützt wurde, erschien bis 1922.
Die von Valori Plastici propagierte Ästhetik forderte die Rückkehr zur Gegenständlichkeit in neuklassischer Auffassung, die Besinnung auf das Ideal und auf nationale Traditionen. Zu Beginn war Valori Plastici Organ der Pittura Metafisica, deren Stil sich mit diesen Forderungen deckte.
Im Umkreis von Valori Plastici formierte sich aber schon bald eine weitaus vielfältigere, nur lose verbundene Künstlergruppe, zu der unter anderem Felice Casorati, Arturo Martini, Roberto Melli, Giorgio Morandi, Filippo De Pisis, Alberto Savinio, Gino Severini und Ardengo Soffici zählten.
Ein rechter Flügel innerhalb der Valori Plastici, der sich um einen ehemaligen Anhänger des Futurismus, I. Tavolato, und einige andere bildete, bereitete der faschistischen Kunstideologie und dem "Novecento" den Boden. Doch zahlreiche andere Künstler, darunter Carlo Carrà, Giorgio Morandi und Felice Casorati, konnten beweisen, dass eine Rückkehr zur Gegenständlichkeit auch unabhängig von ideologischer Fixierung möglich war.
Neben der Pittura Metafisica stellt die klare neoklassizistische Figuration, die von den Künstlern im Umkreis der Valori Plastici propagiert wurde, einen zweiten anregenden Faktor für Neue Sachlichkeit und Surrealismus dar.


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