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Verismus

Der Verismus der 1920er Jahre, wörtlich eine "wahre Kunst" (lat. verus = wahr), wird häufig, jedoch nicht immer der Neuen Sachlichkeit als deren "linker Flügel" zugerechnet. Der Begriff Verismus wurde zuerst 1920 von Wilhelm Hausenstein verwendet, der ihn auf Heinrich Maria Davringhausen und George Grosz bezog.
Als durchaus eigenständige Bewegung entstand der Verismus bereits am Ende des Ersten Weltkrieges und zeichnet sich durch eine starke politische Zielrichtung aus. In der Wahl und der Verwendung seiner Gestaltungsmittel jedoch gleicht der streng gegenstandsverhaftete Verismus der Neuen Sachlichkeit, wenngleich er dieser ein anderes Vorzeichen hinzufügt: Die Künstler des Verismus standen gemeinhin der Arbeiterklasse nahe und stellten ihre Kunst in einen revolutionär-proletarischen Kontext.
Zu Sujets der veristischen Malerei und Graphik werden demnach die Zustände der Gesellschaft: die Schrecken des Krieges, der Sittenverfall der Großstadt, das soziale Elend. Zum charakteristischen Bildpersonal rechnen Kriegsversehrte und Krüppel, Prostituierte, Säufer und Bettler und auch die dekadente Oberschicht. Dieses Themenfeld wird in hartem Realismus schonungslos dargestellt und mündet manches Mal in groteske, satirisch zugespitzte Übersteigerungen.
Zu den Hauptvertretern des Verismus zählen Otto Dix, George Grosz, Rudolf Schlichter, Karl Hubbuch, Karl Rössing, Otto Griebel, Wilhelm Lachnit, Curt Querner, Ernest Neuschul und teilweise auch Max Beckmann.


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