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Vignette

Der Begriff Vignette stammt aus dem Französischen und lautet übersetzt "Weinrankenzierrat". Es handelt sich hierbei um ein Zierstück in unterschiedlichster Ausführung und Größe, das insbesondere in der französischen Buchkunst des 18. Jahrhunderts als Buchschmuck große Verbreitung gefunden hat. Allgemein unterscheidet man zwischen Titelvignette, Kopfvignette (Fleuron) und Schlussvignette (Cul de lampe). Durch üppige und kunstvolle Gestaltung mit Blumen-, Vasen-, Putten- und Ornamentschmuck haben sich Stecher wie Charles Eisen, Huber François Gravelot, Jean Michel Moreau le jeune einen Ruf als Meister der Vignettenkunst erworben. Zu den schönsten und künstlerisch niveauvollsten Beispielen der Vignette gehört die 1770 erschienene Ausgabe von C.J. Dorats "Les Baisers" mit Vignetten von Charles Eisen. In der Buchillustration ist die Vignette seit ca. 1520 bereits in Augsburg und Basel als Titelschmuck, in Kapitelanfängen oder als Schlussornament in alten Drucken zu finden. Mit der großen Verbreitung des Kupferstichs fällt die eigentliche Blütezeit der Vignette ins 17. und 18. Jahrhundert. In Frankreich zählt Jacques Callot zu den eigentlichen Schöpfern der Vignette. In Deutschland und in der Schweiz gehören F. Oeser, C. Gottlieb Geyer, Salomon Gessner und Johann Wilhelm Meil zu den wichtigsten Vertretern dieser Kunstform. Eine besonders markante und beliebte Verwendung findet die Vignette in der vegetabilen Ornamentik des Jugendstils.
 


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