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Lexikon
Westfälischer Expressionismus

Der westfälische Expressionismus zeichnet sich durch eine eigenartige Schwere und eine gesteigerte Expressivität aus, die in der zeitgenössischen Kunst des benachbarten Rheinlands fehlten. Demzufolge interessierte die westfälischen Expressionisten die französisch inspirierte, dekorative Wirkung der Farbe weniger als der Ausdruck des Inneren und des Weltgefühls. Im Gegensatz zu den wichtigsten Künstlergruppen des deutschen Expressionismus, "Die Brücke" und "Der Blaue Reiter", bildeten die westfälischen Expressionisten keine geschlossene Einheit. So handelt es sich beim Begriff "Westfälischer Expressionismus" um eine geographische Abgrenzung einiger Künstler, die zwar kein kollektiver Stil, aber einige künstlerische Gemeinsamkeiten verbanden.
Der wichtigste Maler des westfälischen Expressionismus ist Wilhelm Morgner (1891-1917). Wie viele seiner Kollegen fand Wilhelm Morgner im Postimpressionismus entscheidende Anregungen, die ihm zum künstlerischen Durchbruch verhalfen. Farbe und Bewegung sind die zwei Hauptakteure der Werke Wilhelm Morgners, wobei seine Kompositionen deutlich dem Orphismus verpflichtet sind. Durch diese formalen Elemente versuchte Wilhelm Morgner, religiöse und naturmystische Vorstellungen auszudrücken.
Ein vergleichbarer Drang zum Übersinnlichen zeichnet das Werk Eberhard Viegeners (1890-1967) aus, der starke Farben und schwere Formen bevorzugte. Weitere bedeutende Vertreter des westfälischen Expressionismus sind Peter August Böckstiegel, Ida Gerhardi, Carlo Mense, Otto Modersohn, Christian Rohlfs, Wilhelm Wulff und Heinrich Nauen.


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