Auktion: 355 / Alte und Neuerer Meister am 19.06.2009 in München Lot 330

Eduard von Grützner - Das Gläschen zur Stärkung


330
Eduard von Grützner
Das Gläschen zur Stärkung, 1880.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 18.300

(inkl. Käuferaufgeld)
Lot: 330
Eduard von Grützner
1846 Großkarlowitz (Schlesien) - 1925 München
Das Gläschen zur Stärkung. Um 1880.
Öl auf Holz.
Rechts unten signiert. 31,5 x 23,8 cm (12,4 x 9,3 in).
Verso mit einem alten Etikett der VI. Internationalen Kunstausstellung München 1892, dort als "Nr. 3655" bezeichnet.

Die künstlerischen Neigungen des jungen Eduard von Grützner, der einer mehrköpfigen Bauernfamilie entstammt, werden früh durch dessen Pfarrer erkannt und gefördert. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Neisse wird ihm eine zeichnerische Ausbildung in München ermöglicht, indem er 1864 an die Privatschule von Hermann Dyck geschickt wird. 1865 tritt Grützner schließlich in die Malklasse von Hermann Anschütz ein und wird einige Jahre später, 1867, in die Klasse Carl Theodor von Pilotys aufgenommen. Zu seinen weiteren Lehrern zählen der Historienmaler Johann Georg Hiltensperger sowie Alexander Strähuber. Grützner verlässt drei Jahre später die Akademie und bezieht ein eigenes Atelier. Innerhalb der Piloty-Schule wird der Künstler thematisch und koloristisch dem eher traditionellen Zweig zugerechnet, dem auch Franz von Defregger und Eduard Kurzbauer angehören. Bereits in seiner Studienzeit klingt mit dem Gemälde "Im Klosterkeller" die künftige Thematik seiner Arbeiten an.
In der Folgezeit spezialisiert sich Grützner mit großem Erfolg auf die Motivik klösterlichen Lebens. Die Szenen spielen zumeist in der feucht-fröhlichen Atmosphäre der Weinkeller, in Küchen und auch Bierstuben, wobei der Tenor seiner Genrebilder dabei stets anekdotisch-humoristisch bleibt. Auch in unserer Arbeit, die ein gelungenes Beispiel dafür darstellt, lässt sich dies erkennen.
1886 wird Grützner Professor an der Münchner Akademie. Neben den beliebten Motiven aus dem Leben der Mönche entstehen Szenen aus dem Theater- und Jägerleben, Interieurstudien sowie der bekannte Falstaff-Zyklus. Auch im Bereich der Grafik überzeugen die Arbeiten Grützners, die von hoher zeichnerischer Qualität zeugen. 1925 stirbt Grützner in München. Die zahlreichen Genrestücke, vor allem aber die Motive aus dem Leben der Mönche, werden bereits zu Lebzeiten des Künstlers zu beliebten und gesuchten Sammlerstücken. Mit seinem umfangreichen Werk darf Grützner zu den bedeutendsten Münchner Genremalern des 19. Jahrhunderts gezählt werden. [CM].

Guter farbfrischer Gesamteindruck. Untere Ecken minimal bestoßen. Rechte obere Ecke mit winziger Farbabsplitterung.

EUR: 15.000 - 20.000 DIFF.(19%)
US$: 20.460 - 27.280




330
Eduard von Grützner
Das Gläschen zur Stärkung, 1880.
Öl auf Holz
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 18.300

(inkl. Käuferaufgeld)