Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 59


59
Otto Dix
Dompteuse, 1922.
Aquarell und Bleistift
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 156.250

(inklusive Aufgeld)
Dompteuse. 1922.
Aquarell und Bleistift.
Nicht bei Pfäffle. Rechts unten signiert und datiert. Verso von fremder Hand betitelt und bezeichnet. Auf festem Velin. 58,5 x 42,8 cm (23 x 16,8 in), Blattgröße. [CH].

• Aus der bedeutenden Sammlung Gurlitt.
• Zeitzeugnis der wechselvollen deutschen Geschichte mit all ihrer Dramaturgie: als einstiger Verlust aus jüdischem Eigentum findet die dramatische Historie nun in einer Restitution ihre Vollendung.
• Beeindruckendes, großformatiges Aquarell aus den gefragten 1920er Jahren.
• Vielsagende und ausdrucksstarke Verquickung der Themenkreise "Bordell" und "Zirkus".
• Mondän im Zwielicht: Schillernde soziale Typologie zwischen Halbwelt ("Dompteuse") und Bürgertum ('Dame in der Loge").
• Aquarelle mit der skandalös-erotischen Ausstrahlung der frühen zwanziger Jahre gehören zu den begehrtesten Arbeiten auf dem internationalen Auktionsmarkt
.

Wir danken Herrn Rainer Pfefferkorn, Otto-Dix-Stiftung, Vaduz, für die freundliche wissenschaftliche Beratung. Die Arbeit wird unter der Nummer 1922/223 in das Werkverzeichnis der Aquarelle aufgenommen.

PROVENIENZ:
Galerie Nierendorf, Köln/Neue Kunst, Berlin (direkt vom Künstler).
Sammlung Dr. Ismar Littmann, Breslau.
Auktionshaus Paul Graupe, Berlin (im März 1932 in Kommission aus dem Eigentum des Vorgenannten, unverkauft).
Sammlung Dr. Ismar Littmann, Breslau (ab 1932).
Dr. Paul Schaefer, Breslau (vom Vorgenannten übernommen, bis 26./27.2.1935: Auktion Max Perl, Berlin).
Preußische Geheime Staatspolizei, Beschlagnahme (Februar 1935-Juli 1937).
National Galerie/Kronprinzenpalais, Berlin (März 1936-Juli 1937, Depositum).
Staatsbesitz (im Juli 1937 im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" vom Vorgenannten beschlagnahmt).
Dr. Hildebrand Gurlitt, Düsseldorf (bis 9.11.1956).
Helene Gurlitt, Düsseldorf/München (durch Erbschaft vom Vorgenannten, 9.11.1956-31.1.1968).
Cornelius Gurlitt, München/Salzburg (durch Erbschaft von Vorgenannter, 31.1.1968-6.5.2014).
Stiftung Kunstmuseum Bern (durch Erbschaft vom Vorgenannten).
Restitution der Stiftung Kunstmuseum Bern an die Erben nach Dr. Ismar Littmann und die Enkelin von Dr. Paul Schaefer (2022).

Das Werk ist frei von Restitutionsansprüchen.

LITERATUR:
Paul Graupe, Sammlung Rudolf Ibach, Barmen, und Beiträge aus der Sammlung Dr. Littmann, Breslau, sowie aus verschiedenem Besitz. Deutsche und ausländische Graphik des 19. und 20. Jahrhunderts, Auktion 104 am 21./22.3.1932, Los 79 (als "Zirkusdame", Angebot).
Max Perl, Bücher des 15.-20. Jahrhunderts (…), Gemälde, Aquarelle, Handzeichnungen, Graphik, Kunstgewerbe, Plastik, Versteigerung am 26.-28.2.1935 (Katalog-Nr. 188), Los 2086.
Mark Siemons, Gurlitt-Sammlung in Bern - Ein neuer Maßstab für Restitutionen, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2021.
Isabel Pfaff, Raubkunst in der Schweiz - Goldstandard, in: Süddeutsche Zeitung, 15.12.2021.
Tim Ackermann, Kunstmuseum Bern - Das Ende des Falls Gurlitt naht, in: Weltkunst, 10.12.2021).
Hannah McGivern, Swiss museum to part with 29 works from Gurlitt trove suspected of being Nazi loot, in: The Art Newspaper, 17.12.2021.
Ellionor Landmann, Kunstmuseum Bern gibt Dix-Aquarelle aus Gurlitt-Kunstfund zurück, in: SRF vom 10.12.2021 (Rundfunkbeitrag).
Joachim Görgen (ARD-Studio Genf), Beutekunst-Debatte in der Schweiz. Zurückgeben oder weiter ausstellen?, in: Tageschau, 29.12.2021.

ARCHIVALIEN:
Sammlung Dr. Ismar Littmann, Inventar der Grafik, Nr. 5089: "Dompteuse, 1922".
Deutsches Kunstarchiv, Nürnberg, NL Otto Dix, I-B 12, Ausstellungsdokumentation.
SMB-ZA, I/NG 826, Bl. 257-258r/v, Dr. Gotthardt/Greiser, Preußische Geheime Staatspolizei, Geheimes Staatspolizeiamt, an Dr. Eberhardt Hanfstaegl, Berlin, 19.2.1936.
SMB-ZA, I/NG 826, M 12, Bl. 261-270, Bl. 262, Dr. Eberhard Hanfstaengl an Preußische Geheime Staatspolizei, Berlin, 24.3.1936.
SMB-ZA, IV/NL Rave 095, Paul Ortwin Rave an Reichs- und Preußisches Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung [Bernhard Rust], Berlin, 8.7.1937.
SMB-ZA, IV/NL Rave 095, Paul Ortwin Rave an Adolf Ziegler, Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, Berlin, 9.7.1937.



Neben der Vielzahl bedeutender Gemälde, die Otto Dix nach dem Ersten Weltkrieg zunächst in Dresden und dann von 1922 bis 1925 in Düsseldorf malt, sind es vor allem diese seine Epoche beschreibenden Aquarelle und Zeichnungen, die zu den produktivsten Jahren seines Lebens beitragen. Zwei Themen faszinieren den Künstler in dieser Zeit: der Krieg und die Hure. Seine persönlichen Kriegserfahrungen, den Schrecken des Todes, die Opfer der Zivilbevölkerung und die Grausamkeiten der verrohten Soldaten bewältigt Dix in zahlreichen Bleistift-, Kreide- und Kohlezeichnungen, die er an der Front in den Gräben fertigt und die schließlich in seinem grafischen Hauptwerk, dem Zyklus „Der Krieg“ (1924), in 50 Radierungen noch brutaler, direkter und schonungsloser wiedergegeben, kulminieren.

Das Todesmotiv konfrontiert Dix auch mit dem Eros, dem Leben der Dirne. Die Dirne verkörpert Vitalität, sie ist lebensbejahend, aber nicht romantisch oder naiv, sondern ähnlich brutal realistisch und antibürgerlich, um nicht zu sagen "sachlich". Der erste Biograf des Künstlers, der Dresdner Fritz Löffler, prägte dafür die Formel von der "Desillusionierung des Eros". Dix notiert damals, was er sieht, als er 1919 am Ende der Ziegelgasse im Bordell-Viertel der Dresdener Altstadt wohnt und sich im Milieu herumtreibt wie einst Henri de Toulouse-Lautrec auf dem Montmartre, Heinrich Zille im Berliner Wedding oder Ernst Ludwig Kirchner am Potsdamer Platz. "Meine Bilder brauchen wir nicht zu diskutieren, die sehen wir doch. Ich gehe vom Geschauten aus. Ich will keine neuen Themen erfinden, nicht arrangieren […]. Am liebsten sehe ich die Urthemen der Menschheit mit meinen eigenen Augen neu. Das Äußere der Dinge ist mir wichtig, denn mit der Wiedergabe äußerer Gestalt fängt man auch das Innere ein", so Otto Dix Jahre später 1958, aber immer noch zutreffend für das eigene Vorgehen in der Entstehung seiner Malerei. (zit. nach Diether Schmidt, Otto Dix im Selbstbildnis, Berlin 1978, S. 222)

Dix findet seine Modelle in den Cafés am Altmarkt, auf der Seestraße und am Ring, spricht Frauen auf der Straße an, die ihn interessieren, und macht sie zu Protagonistinnen seiner überbordenden Bordellszenen oder lässt sie in teils skurillen Szenen im Zirkus und verruchten Varietés auftreten. So gibt Otto Dix 1922 auch eine Mappe mit dem Titel "Zirkus" im Selbstverlag heraus, bestehend aus zehn Radierungen, in denen er die Zirkuswelt mit seinen Artisten porträtiert. Die Frauen verkörpern mit ihrer Jeunesse den Aufbruch, leben eine willkommene Ablenkung von den Schrecken des Ersten Weltkrieges im fiebrigen Großstadtleben.

Unsere "Dompteuse" lenkt aber nicht nur wilde Tiere und lässt sie in Manegen geordnete Bahnen ziehen, auch für verwilderte und nach erotischem Abenteuer gierende Männer ist die leichtgekleidete Dame mit Peitsche oder anderer Gerätschaft ein willkommener Part für eine Zeit des Vergessens in "gesicherter" Umgebung. Jedenfalls ist schwer vorstellbar, dass diese Dame mit seidenglänzender, knallroter Fransenshorts und einem pointiert die Oberweite herausstellenden, blumengeschmückten, knappen Oberteil und auffallendem Diadem im Haar nur wilde Katzen in einem Käfig bändigt, aufgestellt in einer mit Sägespänen gefüllten Manege. Dix erzählt eine andere alltägliche Geschichte, die er in einem Milieu der Zerstreuung entdeckt und hier in seiner wunderbar direkten und dennoch feinfühligen, detailverliebten Zeichnung wiedergibt: die Dompteuse in nahezu grotesker Überzeichnung als disziplinierende Heldin des Tages.

Eine wechselvolle Geschichte

Als 2013, mit großem internationalen Presseaufgebot, der im Vorjahr entdeckte „Schwabinger Kunstfund“ der Öffentlichkeit bekannt wird, rücken auch die beiden Dix-Aquarelle „Dompteuse“ und „Dame in der Loge“ (ebenfalls angeboten bei Ketterer Kunst im Evening Sale am 10.06.2022, Los 60) aus dem Jahr 1922 in den Fokus der Aufmerksamkeit. Rasch gibt es Hinweise darauf, dass die Blätter, die Cornelius Gurlitt aus dem Bestand seines Vaters, des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt, übernommen hatte, ursprünglich aus der Sammlung des berühmten jüdischen Anwalts und Notars Dr. Ismar Littmann aus Breslau stammen. Diese Herkunft ist zugleich eine Adelung der Werke: Littmann gehört zu den aktivsten und bedeutendsten Sammlern der Kunst des deutschen Expressionismus.

Als Kaufmannssohn am 2. Juli 1878 im oberschlesischen Groß Strehlitz geboren, lässt er sich 1906 in Breslau nieder, wo er wenig später Käthe Fränkel zur Frau nimmt. Als Rechtsanwalt wird Ismar Littmann beim Landgericht zugelassen. Er führt schon bald seine eigene Kanzlei, später gemeinsam mit seinem Kompagnon Max Loewe, und wird 1921 zum Notar erhoben. Der wohlhabende Jurist Dr. Ismar Littmann ist ein großzügiger Mäzen und Förderer der modernen, progressiven Kunst. Sein großes Engagement gilt insbesondere zeitgenössischen Künstlern aus dem Umfeld der Akademie der Bildenden Künste in Breslau, wie etwa dem „Brücke“-Maler und Akademieprofessor Otto Mueller. Sprichwörtlich ist heute die „Breslauer Künstlerbohème“, die Ismar Littmann als Sammler und Mäzen prägt, fördert und begleitet.

Ab den späten 1910er Jahren beginnt Dr. Ismar Littmann seine bald berühmt gewordene Kunstsammlung aufzubauen. Die Sammlung Littmann umfasst Werke namhafter deutscher Künstler des Impressionismus und Expressionismus, darunter neben Otto Dix beispielsweise auch Otto Mueller, Käthe Kollwitz, Emil Nolde, Max Pechstein, Alexander Kanoldt und Lovis Corinth. Zu einigen der Genannten hat Littmann eine enge persönliche Verbindung. Erst die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 setzt einer weiteren Fortführung der Sammelleidenschaft ein Ende. Fast 6.000 bedeutende Kunstwerke, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik ebenso wie Gemälde, hat Littmann bis dahin zusammengetragen. Um wirtschaftliche Engpässe zu kompensieren, lässt Dr. Ismar Littmann Teile seiner Sammlung am 21. März 1932 auf der Auktion bei Paul Graupe in Berlin anbieten. Darunter befindet sich auch das Werk „Dompteuse“, das jedoch – die Zeiten für Verkäufe sind damals schwer – in das Eigentum des Sammlers zurückgeht.

Gleichwohl: Existenziell sind Littmanns wirtschaftliche Sorgen 1932 noch nicht. Erst die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten bringt den jähen Wandel. Früh und mit ganzer Härte setzt die Verfolgung des jüdischen Rechtsanwaltes ein. Seine Berufsgruppe zählt zu den ersten, die die Nationalsozialisten wirtschaftlich und gesellschaftlich vernichten wollen. Bereits ab dem Frühjahr 1933 ist es weder Dr. Ismar Littmann selbst noch seinem Sohn Hans (Edward) Littmann mehr möglich, ihren Berufen nachzugehen. Die jüngste Tochter Ruth kann noch nicht einmal das Abitur beenden, da sie verhaftet wird (Demonstrationen gegen das Regime). Noch minderjährig sitzt sie ein Jahr im Gefängnis, bevor sie nach Israel auswandern kann. Seiner Lebensgrundlage und Lebensfreude beraubt, steht Ismar Littmann vor den Trümmern einer einst glanzvollen Existenz. Tiefe Verzweiflung treibt ihn am 23. September 1934 in den Selbstmord. Ismar Littmann lässt seine Witwe Käthe sowie vier gemeinsame Kinder zurück. Mit Glück können die Überlebenden später aus der nationalsozialistischen Diktatur fliehen.

Bevor die Verzweiflung den Breslauer Anwalt in den Freitod treibt, ist Dr. Ismar Littmann gezwungen, ein großes Konvolut von knapp 3.600 Werken seiner Grafik zu veräußern oder als Kreditsicherheit einzusetzen. Sein Freund, der Breslauer Zahnarzt Dr. Paul Schaefer, unterstützt Littmann dabei und übernimmt die Arbeiten. Ob Schaefer die Bilder tatsächlich erwirbt oder sie nur Sicherungsübereignungen für ein Darlehen von Schaefer an Littmann darstellen, ist nicht bekannt. Schaefer selbst jedenfalls ist kein Sammler, die Übernahme der Grafik ist ein reiner Freundschaftsdienst für den in Not geratenen Littmann.
In dem von Paul Schaefer übernommenen Konvolut sind auch die beiden hier angebotenen Aquarelle von Otto Dix, „Dompteuse“ und „Dame in Loge“, enthalten. Als Einlieferung von Paul Schaefer, der als Jude ebenfalls von den Nationalsozialisten verfolgt wird und später gezwungen ist, mit seiner Frau nach Südamerika zu fliehen, werden die Aquarelle im Februar 1935 auf der berühmten Versteigerung der Sammlung Littmann bei Max Perl angeboten. Es ist davon auszugehen, dass Schaefer Besitzer, aber nicht Eigentümer der Blätter ist, denn nicht verkaufte Arbeiten aus seiner Einlieferung bei Perl gehen nach der Auktion nicht an Schaefer, sondern an Käthe Littmann zurück. Unsere beiden Kunstwerke jedoch haben ein anderes Schicksal – es kommt gar nicht soweit, dass sie in der Auktion aufgerufen werden.

Die Auktion bei Perl soll in die Geschichte eingehen. Denn schon 1935 flammt die Diskussion um die sogenannte „entartete Kunst“ auf. 64 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen werden noch vor der Auktion von der Gestapo als Beispiele „kulturbolschewistischer Tendenz“ beschlagnahmt und im Jahr darauf der Berliner Nationalgalerie zugesandt. Deren damaliger Direktor Eberhard Hanfstaengl nimmt einige Werke als „Zeitdokumente“ in Aufbewahrung und lässt den Rest auf Anordnung der Gestapo am 23. März 1936 in der Heizung des Kronprinzenpalais verbrennen (vgl. Annegret Janda, Das Schicksal einer Sammlung, 1986, S. 69). Die Quellen belegen, dass auch „Dame in der Loge“ 1935 durch die Gestapo in den Geschäftsräumen des Auktionshauses beschlagnahmt wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit trifft „Dompteuse“ das gleiche Schicksal. Als Teil der „Mappe Perl“ werden die Aquarelle am 7. Juli 1937 im Zuge der Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“ erneut, und diesmal aus der Nationalgalerie, beschlagnahmt. Ein zweites Mal entgehen die beiden Dix-Werke nun mit viel Glück der Vernichtung durch die nationalsozialistischen Machthaber – und gelangen zu Hildebrand Gurlitt.
Wann genau dieser die beiden Aquarelle erwirbt, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Gurlitt jedenfalls ist etwa ab Ende 1938 einer der vier Kunsthändler (zusammen mit Böhmer, Buchholz und Möller), die Zugang zu den nationalsozialistischen Depots in Schönhausen haben. Im Zeitraum zwischen 1939 und 1941 finden mehrere Kommissions- und Tauschgeschäfte statt, in denen er unter anderem wohl die beiden Aquarelle übernimmt. Er verkauft sie jedoch nicht weiter, sondern behält sie als Teil des später zum „Schwabinger Kunstfund“ gewordenen Restbestands seines Kunsthandels. Die Blätter gelangen so in den Nachlass Gurlitt und werden 2012 bei seinem Sohn und Erben Cornelius Gurlitt in München entdeckt.

Die Stiftung des Kunstmuseums Bern wird 2014 zur Alleinerbin dieses international Aufsehen erregenden Konvolutes. Die Recherchen der „Taskforce“ zu „Dompteuse“ und „Dame in der Loge“ werden hier aktiv fortgesetzt. „Wir sind dem Kunstmuseum Bern außerordentlich dankbar, dass sie sich zu diesem Schritt entschieden haben. Es ist außergewöhnlich, dass ein Museum keine Kosten und Mühen scheut, um die Geschichte der Werke aufzuarbeiten“, so die Erben nach Dr. Ismar Littmann und die Enkelin von Dr. Paul Schaefer über die Eigeninitiative des Museums.

Die Jahrzehnte und die Kriegswirren haben jedoch Lücken in die Aktenüberlieferung gerissen, die sich auch mit größter Sorgfalt nicht mehr schließen lassen. Das Museum entscheidet sich 2021, trotz einer nicht mehr bis ins letzte Detail rekonstruierbaren Verlustgeschichte, die beiden Kunstwerke von Otto Dix gemeinschaftlich an die Erben nach Dr. Ismar Littmann und die Enkelin von Dr. Paul Schaefer zu restituieren - und setzt damit neue Maßstäbe für einen proaktiven und verantwortungsvollen Umgang mit NS-Raubkunst. [MvL/SvdL/AT]



59
Otto Dix
Dompteuse, 1922.
Aquarell und Bleistift
Schätzung:
€ 100.000
Ergebnis:
€ 156.250

(inklusive Aufgeld)