Auktion: 530 / Evening Sale / Sammlung Hermann Gerlinger am 10.06.2022 in München Lot 87

 

87
Pierre Soulages
Peinture 54 x 73 cm, 26 septembre 1981, 1981.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 400.000 - 600.000
+
Peinture 54 x 73 cm, 26 septembre 1981. 1981.
Öl auf Leinwand.
Encrevé 839. Rechts unten signiert. Verso auf der Leinwand signiert, datiert "26.9.81 54 x 73". Verso auf dem Keilrahmen zusätzlich datiert "26-9-81" und bezeichnet "3/82". 54,5 x 73 cm (21,4 x 28,7 in). [CH].

• Pierre Soulages ist der am höchsten bewertete französische lebende Künstler.
• Mit dem "outrenoir" erfindet Pierre Soulages die Farbe Schwarz neu.
• In der besonderen Oberfläche des tiefdunklen Schwarz, warmen Ocker und hellen Weiß fängt sich das Licht, reflektiert und wird zum eigentlichen Ausdrucksmittel.
• Werke des wichtigen Protagonisten der europäischen Moderne befinden sich u. a. in der National Gallery of Art, Washington, D.C. und dem Centre Pompidou, Paris.
• Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet der Pariser Louvre Soulages 2019 eine große Ausstellung im Salon Carré, eine Ehre, die nur wenigen Künstler:innen vorbehalten ist
.

PROVENIENZ: Galerie Birch, Kopenhagen (1982).
Privatsammlung Kopenhagen (seitdem in Familienbesitz).

LITERATUR: Pierre Encrevé u. Alfred Pacquement (Hrsg.), Soulages, Bd. III 1979-1997, Paris 2019, Kat.-Nr. 839, S. 74 (m. Farbabb.).

"Soulages is not the sole owner of the color black, but he has by his way of using it, left a mark never seen before, and has conjured worlds that are still undefinable."
Mogens Andersen, 1982 (www.galeriebirch.com/artists/international/pierre-soulages)

Aufrufzeit: 10.06.2022 - ca. 19.52 h +/- 20 Min.

Im Œuvre von Pierre Soulages vereinigen sich Einflüsse amerikanischer Künstler wie Mark Rothko oder Robert Motherwell mit Inspirationen asiatischer Schriftkunst. Seine schon immer reduzierte Farbpalette beschränkt sich ab 1979 nach einer zufälligen Begebenheit im Atelier, als schwarze Farbe sich über die Leinwand eines Gemäldes ergießt, überwiegend auf Schwarz. In dieser komplett schwarzen Überdeckung findet Soulages Reflexionen, Strukturen und Differenzierungen, ja sogar Leuchtkraft, die er als "Outrenoir" beschreibt. Mit dem Begriff des "Outrenoir" formuliert Pierre Soulages einen Begriff für das Ergebnis seiner persönlichen Auseinandersetzung mit dem Schwarz. Er formt die schwarze Materie mit breiten Spachteln, Pinseln, Rakeln und Klingen, je nachdem, welche Wirkung er erreichen möchte, welches Licht in der Oberflächenreflexion des Schwarz erscheinen soll. In den nun entstehenden, ausschließlich schwarzen Gemälden bestimmen die sich in unterschiedliche Richtungen bewegenden Reflexlineaturen die reduzierte und dennoch überaus interessante Farbwirkung. Anfang der 1980er Jahre setzt auf einmal ein erneutes Interesse für eine Erweiterung der Palette ein. Neben Blau taucht nun auch Weiß (z. B. Encrevé 815) und helles bis rötliches Braun (z. B. Encrevé 816) auf.

Aus dieser Zeit, in der sich für eine kurze Zeit die Palette erst einmal wieder aufhellt, stammt das vorliegende Gemälde. Die Bewegungs- und Farbrichtung ist nun nicht mehr so stark durch offensichtliche Oberflächenstrukturen gestaltet, sondern mehr durch in ihren Umrissen unregelmäßige Farbbalken. Hier sind es drei schwarze, mehrlagige Streifen über Weiß und am unteren Bildrand schmales, helles Ocker. Pierre Soulages beschäftigt sich mit der Farb- und Lichtwirkung des Schwarz in Relation zu Weiß und Ocker.
Die dünn aufgetragenen und fein übereinandergelegten Flächen des Schwarz erweisen sich in ihren Randbereichen als reliefierte Stufung. Im Schräglicht wandelt sich die Fläche zum feinen Relief regelmäßiger, vertikal-rhythmisierter Strukturen. Jede der übereinanderliegenden dünnen schwarzen Farbschichten hat eine minimal andere Strukturierung und so sind darunterliegende Charakterisierungen oft nur an den freibleibenden Rändern tieferliegender Schichten zu sehen. Pierre Soulages hat in diesem zarten und ruhigen Gemälde also nichts von seiner Grundidee des "Outrenoir" aufgegeben. Vielmehr ist es hier mit dem leuchtenden, strahlenden Weiß und dem hellen, cremigen Ocker zu neuer Harmonie ergänzt.
Seine Werke sind u.a. in der Tate Gallery, London, dem Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art, New York, der Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen, sowie in führenden Museen in Afrika und Asien zu finden. [EH]



 

Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Pierre Soulages "Peinture 54 x 73 cm, 26 septembre 1981"
Dieses Objekt wird regel- oder differenzbesteuert angeboten.

Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 32 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 27 % berechnet und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

Berechnung bei Regelbesteuerung:
Zuschlagspreis bis 500.000 Euro: hieraus Aufgeld 25 %.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 20 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf den Teil des Zuschlagspreises, der 2.500.000 Euro übersteigt, wird ein Aufgeld von 15 % erhoben und zu dem Aufgeld, das bis zu dem Teil des Zuschlagspreises bis 2.500.000 Euro anfällt, hinzuaddiert.
Auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld wird die gesetzliche Umsatzsteuer, derzeit 19 %, erhoben. Als Ausnahme hiervon wird bei gedruckten Büchern der ermäßigte Umsatzsteuersatz von derzeit 7 % hinzugerechnet.

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung der Folgerechtsvergütung:
Für Werke von Künstlern die vor weniger als 70 Jahren verstorben sind, fällt gemäß § 26 UrhG eine Folgerechtsvergütung in folgender Höhe an:
4% des Zuschlags ab 400,00 Euro bis zu 50.000 Euro,
weitere 3 % Prozent für den Teil des Zuschlags von 50.000,01 bis 200.000 Euro,
weitere 1 % für den Teil des Zuschlags von 200.000,01 bis 350.000 Euro,
weitere 0,5 Prozent für den Teil des Zuschlags von 350.000,01 bis 500.000 Euro und
weitere 0,25 Prozent für den Teil Zuschlags über 500.000 Euro.
Der Gesamtbetrag der Folgerechtsvergütung aus einer Weiterveräußerung beträgt höchstens 12.500 Euro.

Die Folgerechtsvergütung ist umsatzsteuerfrei.