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Auktion: 392 / Moderne Kunst am 09.06.2012 in München Lot 101

 
Giorgio Morandi - Fiori

Objektbeschreibung
Fiori. 1959.
Aquarell.
Mittig unten signiert. Auf Aquarellpapier. 21,9 x 21 cm (8,6 x 8,2 in), Blattgröße.
Verso mit Fingerabdruck in Stempelfarbe, handschriftliche Nummer 10145 sowie Stempel der "Galleria del Milione, Milano" mit handschriftlicher Nummer 14202.
Eines der ausgesprochen selten auf dem deutschen Auktionsmarkt angebotenen Unikate des Künstlers.

PROVENIENZ: Privatsammlung.

AUSSTELLUNG: (Auswahl):
Morandi/Morlotti, Galleria del Milione, Milano, 1970/1971 (verso mit dem Galeriestempel).
Giorgio Morandi, Sara Hildén Art Museum, Tampere, Finnland, 1988/1989 (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Giorgio Morandi, Mostra del Centenario, Galleria Comunale d'Arte Moderna, Bologna, 1990 (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Giorgio Morandi, Esposizione delle opere su carte, Centro Civico di Porta Modena e Castello dei Ronchi, Crevalcorem 1990 (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Giorgio Morandi, Gli Acquarelli, Bologna/Iseo/Florenz, 1990/1991 (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Giorgio Morandi, Peintures et aquarelles, Galerie Claude Bernard, Paris, 1992 (auf der Rahmenrückpappe mit dem Etikett).
Morandi Artista d'Europa, Le Botanique, Brüssel, 1992 (auf der Rahmenseite mit dem Etikett).
Giorgio Morandi, Die Aquarelle, Akademie der Bildenden Kunst, Wien 1995 (auf der Rahmenrückseite mit einem Etikett).

Giorgio Morandi wird am 20. Juli 1890 in Bologna geboren. 1907 schreibt sich Morandi, der zunächst im Büro seines Vaters gearbeitet hatte, in die Accademia di Belli Arte in seiner Heimatstadt ein. Er ist ein erfolgreicher Schüler, gerät in seinen letzten beiden Jahren an der Schule aber in Konflikt mit seinen Lehrern, da er schon eine eigene künstlerische Sprache gefunden hat. Morandi beobachtet in dieser Zeit mit Interesse die Künstler der Avantgarde wie Cézanne, Matisse und Picasso. Er zeigt sich aber auch von der alten italienischen Malerei seit Giotto stark beeindruckt, die er immer wieder auf seinen Reisen innerhalb des Landes im Original studiert. Im Laufe des Jahres 1913, in dem er auch sein Studium abschließt, kommt Morandi in immer engeren Kontakt mit den Künstlern des italienischen Futurismus. Er nimmt zusammen mit ihnen an Ausstellungen teil und schließt viele Freundschaften. 1914 wird Morandi von der Stadt Bologna angestellt, in den Grundschulen verschiedener Bezirke Kunstunterricht zu geben. Er übt diese Tätigkeit bis 1929 aus. Seine Einberufung zum Militärdienst 1915 zwingt ihn zu einer kurzen Unterbrechung seines künstlerischen Schaffens. Wegen einer schweren Erkrankung muss er aber schon bald wieder aus der Armee entlassen werden. Nach einer Phase mit futuristischen Arbeiten interessiert sich Giorgio Morandi ab 1918, wo er erstmals Bilder von de Chirico und Carrà sieht, für die Pittura Metafisica. Wieder kommt Morandi in engen Kontakt mit den führenden Künstlern einer Richtung, der er sich vorübergehend anschließt. 1920 jedoch, nach einer neuerlichen Beschäftigung mit den Bildern Cézannes, wendet sich Morandi von den zeitgenössischen Strömungen ab und findet zu seiner eigenen Bildwelt, in der er sein Innerstes ausdrücken kann. Morandis Auseinandersetzung mit den druckgrafischen Techniken, die er immer wieder in intensiven Arbeitszyklen erkundet hat, bringt ihm 1930 die Berufung zum Professor für Drucktechniken an die Accademia di Belli Arte in seiner Heimatstadt Bologna. Er lehrt dort bis 1956, unterbrochen nur von den Kriegsjahren, in denen er sich mit seiner Familie nach Grizzana zurückzieht.

Seit 1930, dem Jahr von Morandis erster Teilnahme an der Biennale von Venedig, wird seine Arbeit immer wieder in internationalen Ausstellungen gezeigt und erhält zahlreiche Preise. Seine ruhigen Motive, die kontemplative Konzentration auf einfache plastische Formen und die besonders zarte Farbigkeit seiner Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen sind für die weltweite Beliebtheit von Morandis Werk verantwortlich. Er konzentriert sich wie auch bei dem hier vorliegenden Blatt auf Stillleben, die schon zuvor neben Landschaftsdarstellungen sein liebstes Motiv waren, und erkundet in stetiger Wiederholung die feintonige Darstellung einer begrenzten Auswahl plastischer Formen.

Am 18. Juni 1964 stirbt Giorgio Morandi in Bologna an Lungenkrebs. [CB/DB].

101
Giorgio Morandi
Fiori, 1959.
Aquarell
Schätzung:
€ 15.000
Ergebnis:
€ 62.220

(inkl. 22% Käuferaufgeld)
 


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