Auktion: 416 / Kunst nach 45 / Zeitgenössische Kunst am 07.06.2014 in München Lot 814

 

814
Jonathan Meese
Sunny-Mummy-Money, 2009.
Öl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 14.375

(inkl. Käuferaufgeld)
Sunny-Mummy-Money. 2009.
Öl, Acryl und Papiercollage auf Leinwand.
Rechts und links unten monogrammiert und datiert, in der Darstellung betitelt und bezeichnet "Speichellollybobbie is in town, sorry" sowie "Mamma Meese". Verso jeweils zweifach signiert und datiert sowie bezeichnet "Fräulein Lizzo de Seegurkentees´s abenteuerliche Reise ins Immunsystem `Meeresfrüchtchen´ = Kauf kein Geld". 190 x 179,5 cm (74,8 x 70,6 in).
Auf doppelten Keilrahmen gespannt. [DB].

PROVENIENZ: Contemporary Fine Arts, Berlin (auf dem Keilrahmen und dem Rahmen mit der handschriftlichen Werk-Nr. "MEE/M 2025", mit dem typografischen Galerieetikett und mehrfach gestempelt).

Jonathan Meese wird am 23. Januar 1970 als Sohn deutsch-walisischer Eltern in Tokio geboren. Er wächst im holsteinischen Ahrensburg bei Hamburg auf und studiert von 1993 bis 1998 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Franz Erhardt Walther. Meese bricht das Studium ohne Abschluss ab und erhält bereits 1997/98 einen Vertrag bei der renommierten Berliner Galerie Contemporary Fine Arts. Innerhalb von nur wenigen Jahren entsteht, begleitet von einer regen Ausstellungstätigkeit und großer medialer Präsenz, ein vielschichtiges Gesamtwerk, das sich aller verfügbaren Medien und Materialien bedient. Aus mit großem Sammeleifer zusammengetragenen "Meese-Kojen", begleitet von Performances und Lesungen, entwickeln sich komplexe, raumgreifende, multimediale Installationen.

Jonathan Meese lebt als Total-Künstler in und mit seiner Kunst. Wild, wie Meese sich in seinen öffentlichen Auftritten gibt, sind die Pinselstriche auf die Leinwand gesetzt und zeugen von der getriebenen Künstlerpersönlichkeit. Die Kunst, sagt er, äußere sich durch ihn, nicht er sich durch die Kunst. Eine wichtige Rolle bei allen künstlerischen Äußerungen spielt die Provokation, aber auch die kindliche Freude an Knalleffekten. Jonathan Meeses Kunst ist laut, provokant, pathetisch und bisweilen neurotisch, immer aber mit einer großen Portion Leidenschaft, sprühendem Temperament und handschriftlich hinzugefügten kryptischen Wortschöpfungen gewürzt. Meese sucht die Irritation: "Ich glaube, dass Kunst ihre eigenen Regeln hat. Ich vermute es. Oder habe die Sehnsucht. Wir verstehen es nicht, es ist ein Mysterium. Es bleibt ein großes Rätsel, warum etwas Kunst ist. […] Wir wissen nicht, warum ein Bild Kunst ist und warum ein anderes es eventuell nicht ist. Wir werden überfordert." (Jonathan Meese im Interview mit Alain Bieber, artnet, 19.5.2006).

Seit der Jahrtausendwende steigern sich die Installationen noch einmal zu begehbaren Environments und Raumkulissen, in die nun auch Bronzeplastiken im Art-brut-Stil und neo-expressionistische Malereien Eingang finden. Das künstlerische Schaffen der vergangenen Jahre ist geprägt von einer Vielzahl von Aktivitäten, zu denen Gemeinschaftsarbeiten mit Künstlern wie Albert Oehlen und Daniel Richter, Künstlerbücher, Pamphlete, Illustrationen und Bühnenbilder zählen. Meeses Werke wurden bereits in unzähligen Einzelausstellungen präsentiert und sind in renommierten öffentlichen Sammlungen vertreten. Der Künstler lebt und arbeitet in Ahrensburg und Berlin.
Jonathan Meese ist u.a. vertreten in:
• Contemporary Fine Arts, Berlin
• Galerie Haas, Zürich
• Koenig & Clinton, New York
• Galerie Krinzinger, Wien
• Modern Art, London
• Regina Gallery, Moskau
• Sies + Höke, Düsseldorf
• Paolo Curti Galerie, Mailand
• Centre Pompidou, Paris
• The Roland Berger Art Collection, München
• RUBELL FAMILY COLLECTION, Miami
• Sammlung Rheingold, Mönchengladbach
• Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn




814
Jonathan Meese
Sunny-Mummy-Money, 2009.
Öl
Schätzung:
€ 10.000
Ergebnis:
€ 14.375

(inkl. Käuferaufgeld)