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Auktion: 484 / Kunst des 19. Jahrhunderts am 24.05.2019 in München Lot 115001855

 
Objektbeschreibung
Standartenreiter auf dem Schlachtfeld. Ca. 1888/89.
Öl auf Leinwand.
Rechts unten signiert und bezeichnet "z Warszawy". Verso auf dem Keilrahmen in Blau nummeriert "22" und mit alten Klebeetiketten "18" und "Z". 50,5 x 36 cm (19,8 x 14,1 in).
[CB].
-Kraftvolles Motiv aus der polnischen Nationalgeschichte
-Kontraststarke Komposition
.

PROVENIENZ: Galerie Heinemann München, Heinemann-Nr. 3424 (1895).
Dr. Martin Soehle, Hamburg (1896 durch Erwerb vom Vorgenannten).
Frau Martin Soehle, Hamburg (1904 durch Erbschaft vom Vorgenannten).
E. A. Fleischmann’s Hofkunsthandlung München, Katalog der Gemälde-Sammlung des Herrn Dr. Martin Soehle, Hamburg. Versteigerung Dienstag, den 29. und Mittwoch, den 30. Oktober 1907, Nr. 18, m. Abb. auf Tfl. 19 (aus dem Nachlass der Vorgenannten).
Weinmüller - Kunstversteigerungshaus Rudolf Neumeister, München, Auktion am 15.-17. März 1967, Los 1497 (Abb. Tfl. 96).
Privatsammlung Hessen.

LITERATUR: Józef Brandt 1841-1915, Werkkatalog, hrsg. vom Nationalmuseum Warschau, Warschau 2018, 3 Bde., erschienen anlässlich der gleichnamigen Ausstellung, Warschau 22.6.-30.9.2018, hier: Bd. 2: Malerei, wiss. bearbeitet von Ewa Micke-Broniarek, S. 241, Kat.-Nr. I.202 (m. Farbabb.).

Essay
Ein bevorzugtes Thema des Künstlers und eines seiner bekanntesten Motive sind die Kosakenfeldzüge in der Steppe, die Brandt bis in sein Spätwerk hinein in zahlreichen Varianten wiederholt. In dieses Motivrepertoire fügt sich auch das hier angebotene Werk mit der Darstellung eines einzelnen Standartenreiters. Stolz und furchtlos auf das vor ihm liegende Kampfgetümmel zureitend, hebt sich im gleißenden Gegenlicht die helle und scharfe Kontur des Reiters mit seiner leuchtend-orangen Fahne vor dem weiten Horizont ab. In der Ferne tobt das wilde Gefecht der mutigen Krieger im staubig trockenen Gras. Deutlich werden hier die künstlerischen Parameter, die den Ruhm Brandts begründen und die dieser auch im intimen Hochformat umzusetzen weiß: Prägnante Farbe gepaart mit einer gekonnten Perspektive führen zu einer Lebendigkeit der Szene, in der die rasante Dynamik und kraftvolle Eleganz des über die Steppe sprengenden Pferdes und der entschlossene Kampfgeist seines Reiters unmittelbar spürbar werden.
Mit seinen Darstellungen von historischen Kosaken- und Tatarenkriegern, Pferdemärkten und Jagdszenen, mit denen Brandt auch seinen Beitrag zur Stiftung einer national-polnischen Identität leistet, ist der Künstler über Jahrzehnte hinweg überaus erfolgreich. Ab Ende der 1870er Jahre sind Gemälde Brandts regelmäßig auf den Ausstellungen im Pariser Salon und dem Glaspalast in München vertreten. Seine Werke werden international gehandelt und sind bis nach Nordamerika sehr gefragt. Lange Jahre wird er von der Münchner Galerie Wimmer vertreten, ab dem Jahr 1900 übernimmt die bekannte Galerie Heinemann in München seine Vertretung. Über diese bekannte Galerie gelangt das Werk auch in die bedeutende Sammlung des Hamburger Notars und Bankiers Dr. Martin Soehle (1832-1904).
115001855
Josef von Brandt
Standartenreiter auf dem Schlachtfeld, Ca. 1888/89.
Öl auf Leinwand
Schätzpreis: € 30.000 - 40.000
+
 


Weitere Abbildungen
Josef von Brandt - Standartenreiter auf dem Schlachtfeld - Rahmenbild
Rahmenbild
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