Auktion: 520 / Evening Sale am 18.06.2021 in München Lot 345

 
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Bauhaus
Erste Mappe der Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar, 1921.
Mappe mit Holzschnitten (4), Radierungen (2), k...
Nachverkaufspreis: € 150.000
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Objektbeschreibung
Erste Mappe der Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar. 1921.
Mappe mit Holzschnitten (4), Radierungen (2), kolorierten Lithografien (2) und Lithografien (6) sowie Titelblatt, Druckvermerk, Impressum und Inhaltsverzeichnis. Gedruckt und herausgegeben vom Staatlichen Bauhaus Weimar 1921.
Peters I/1-14. Wingler I/1-14. Söhn HDO 101-1 bis 101-14. Alle signiert, teils datiert (8), die zwei Blätter von Klee mit Werknummer. Im Druckvermerk handschriftlich nummeriert. Aus einer Auflage von 110 Exemplaren. Auf unterschiedlichen Papieren. Bis 37 x 29,5 cm (14,5 x 11,6 in). Papier: bis 39 x 55 cm (15,3 x 21,5 in).
Enthalten sind folgende Arbeiten:
L. Feininger, Villa am Strand (Prasse W 226). L. Feininger, Spaziergänger (Prasse W 113). J. Itten, Spruch von O.Z. Harnisch "Gruß und Heil" (Itten 223). J. Itten, Das Haus des weißen Mannes (Itten 222). P. Klee, Die Heilige vom inneren Licht (Klee 2713). P. Klee, Hoffmaneske Märchenscene (Klee 2714). G. Marcks, Katzen im Dachboden (Lammek H 27). G. Marcks, Die Eule (Lammek H 28). G. Muche, Tierkopf (Schiller 12). G. Muche, Hand-Herz (Schiller 13). O. Schlemmer, Figur von der Seite (Schlemmer GL 7). O. Schlemmer, Konzentrische Gruppe (Schlemmer GL 8). L. Schreyer, Farbform 6 aus Bühnenwerk "Kindsterben". L. Schreyer, Farbform 2 aus Bühnenwerk "Kindsterben". Teils mit dem Bauhaus-Trockenstempel (9). Titelblatt, Druckvermerk, Impressum und Inhaltsverzeichnis sowie der Halbpergament-Mappeneinband entworfen von L. Feininger. In Original-Passepartouts. Vollständig.
• Erste Publikation der Meister des Bauhauses.
• Außerordentlich seltenes, vollständiges Exemplar.
• Zwei der sehr wenigen bekannten noch vollständigen Exemplare befinden sich im Bauhaus Museum, Weimar, und in der Staatsgalerie Stuttgart
.

PROVENIENZ: Privatsammlung Baden-Württemberg.

"All die Vielen, die noch nichts von Bauhausarbeit wissen und nichts wissen können, sollen durch dieses Werk auf uns hingewiesen werden."
Lyonel Feininger, 1921

Essay
Einheit von Kunst, Handwerk und Design

Das Bauhaus ist in seiner uneingeschränkten Modernität die wichtigste Kunstschule der Weimarer Republik. Die hier gelehrten Grundideen führten zu einer kompletten Neuorientierung der Kunstausbildung. Trotz vielfältiger Widerstände, die in der Schließung der renommierten Institution 1930 ihren traurigen Höhepunkt fanden, haben sich die hier erstmals formulierten und umgesetzten Grundsätze auf lange Sicht durchgesetzt und wirken bis heute nach. Die Meister des Bauhauses und viele Schüler wurden unter den Nationalsozialisten ins Exil getrieben und haben so die Ideen und Konzepte weltweit weitergegeben. Die vorliegende Mappe ist ein Zeugnis dieser grundlegenden Neuorientierung der Kunstausbildung und der im Bauhaus gelehrten Einheit von Kunst, Handwerk und Design. So ist zum Beispiel die Schrift von Druckvermerk und Text von Lyonel Feininger in einer sich zu einem bildhaften Ganzen zusammenschließenden Schrift verfasst. Auch die Einbandgestaltung geht auf Feininger zurück.

Ein herausragendes Projekt


Dieses außergewöhnliche Mappenwerk versinnbildlicht uneingeschränkt den Anspruch des Bauhauses, angewandte und freie Kunst zu vereinen. Lyonel Feininger übernimmt 1921 die Position des "Formmeisters der Druckerei" am Bauhaus von Walther Klemm, der dort seit 1913 tätig war. Unter den vom Staatlichen Bauhaus in Weimar publizierten Grafikmappen ragen die "Bauhaus-Drucke. Neue Europäische Graphik" als engagiertes, länderübergreifendes Projekt ganz besonders heraus. Eine nationenübergreifende europäische Publikationsfolge sollte entstehen, für die damaligen politischen Verhältnisse ein absolut außergewöhnlicher Ansatz. Auch die beteiligten Künstler genügen den höchsten Ansprüchen, in ihnen spiegelt sich Alles, was Rang und Namen hat wider; die Vorankündigung aus dem Jahr 1921 nennt 75 Namen. Die erste der fünf geplanten Mappen, die hier angebotene erste Bauhausmappe, macht den Beginn mit den Bauhausmeistern selbst. Dieses Portfolio zeigt in den Darstellungen den für jeden der Bauhauslehrer charakteristischen Umgang mit Inhalt und Form, mit Kunst und Handwerk.

Vollständige Bauhausmappen sind äußerst selten

Die ursprünglich in einer Gesamtauflage von 110 Exemplaren herausgegebene Bauhausmappe ist nur noch in sehr wenigen Exemplaren vollständig erhalten. Denn nur wenige Exemplare konnten der Zerstörung durch die Nationalsozialisten entgehen. Aus den wenigen erhaltenen Mappen wurden oftmals Einzelblätter herausverkauft. Nicht zuletzt deshalb galt der Erwerb eines vollständigen Exemplares der I. Bauhausmappe für die Klassik Stiftung Weimar vor einigen Jahren zu Recht als "ein wahrer Glücksfall" (zit. Kulturstiftung des Bundes, 2016, Pressemitteilung). [EH]
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Bauhaus
Erste Mappe der Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar, 1921.
Mappe mit Holzschnitten (4), Radierungen (2), k...
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Aufgeld, Steuern und Folgerechtsabgabe zu Bauhaus "Erste Mappe der Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar"
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Berechnung bei Differenzbesteuerung:
Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 32 % Aufgeld
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 32 %, Teilbeträge über € 500.000 27 % Aufgeld
Das Aufgeld enthält die Umsatzsteuer, diese wird jedoch nicht ausgewiesen.

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Zuschlag bis einschließlich € 500.000: 25 % Aufgeld zuzügl. der gesetzlichen Umsatzsteuer
Zuschläge über € 500.000: Teilbeträge bis einschließlich € 500.000 25%, Teilbeträge über € 500.000 20 % Aufgeld, jeweils zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer

Wir bitten um schriftliche Mitteilung vor Rechnungsstellung, sollten Sie Regelbesteuerung wünschen.

Berechnung bei Folgerechtsabgabe:
Bei Objekten, deren Künstler nicht bereits vor mindestens 70 Jahren verstorben ist, fällt eine Folgerechtsumlage i.H. von 2,4 % inklusive der gesetzlichen Umsatzsteuer an.