Auktion: 487 / Klassische Moderne II am 08.06.2019 in München Lot 812

 
812
Wilhelm Lehmbruck
Rückblickende, 1914/1920.
Stein
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
Objektbeschreibung
Rückblickende. 1914/1920.
Stein guss (grauocker), mit Tonerde und Schellack patiniert.
Schubert 79 A c 4 (von C 2). Auf der Standfläche mit der gegossenen Signierung. 92,5 cm (36,4 in).
Posthumer Abguss nach 1920.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Dietrich Schubert, Universität Heidelberg, für die freundliche wissenschaftliche Beratung.

PROVENIENZ: Sammlung Retzlaff, Essen.
Privatsammlung Norddeutschland.

Essay
Die nach dem Tode Wilhelm Lehmbrucks gegossene Figur "Rückblickende" geht zurück auf einen Steinguss von 1914. Seit der erfolgreichen Präsentation der berühmten "Knienden" auf der Armory-Show in New York 1911 konzentriert sich der Künstler in besonderem Maße auf die weibliche Einzelfigur. Hier kommt der weiblichen Sinnlichkeit die Beschaffenheit des Materials entgegen und so schreibt Schubert über die Steingüsse: "Dieses Material ist poröser; es schafft sanfte Oberflächen, die das Licht nicht reflektieren. Die Intention der Sensibilisierung wird also durch den Steinguss verstärkt, unterstützt. [..] Die überlegte Nutzung der sensiblen Züge des Steingusses - die Lehmbruck wie kein anderer Plastiker des 20. Jahrhunderts entdeckt hat - für die inhaltliche Seite der Figur bedeutet eine tiefe Einheit von Formgebung und Gehalt." (Schubert, Die Kunst Lehmbrucks, Dresden 1990, S. 166). [EH]
812
Wilhelm Lehmbruck
Rückblickende, 1914/1920.
Stein
Schätzung:
€ 25.000
Ergebnis:
€ 30.000

(inkl. 25% Käuferaufgeld)