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Auktion: 479 / Klassiker des 20. Jahrhunderts I am 08.12.2018 in München Lot 807

 
Objektbeschreibung
Feuervogel. 1983.
Acryl auf Leinwand mit PE-Schnüren.
Hoehme 83-05. Links unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. 160 x 160 cm (62,9 x 62,9 in).

PROVENIENZ: Privatsammlung Schweiz.

AUSSTELLUNG: Gerhard Hoehme, Galerie Metta Linde, Lübeck 1991.
Nach 45`. Malerei und Skulptur in Deutschland, Galerie Neher, Essen 1993, Abb. S. 33 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Der andere Blick, Galerie Nothelfer, Berlin 1997 (auf dem Keilrahmen mit dem Etikett).
Galerie Thomas, München (verso mit dem Etikett).

LITERATUR: Gerhard Hoehme. Bilder - Objekte. Paul Celan. Gedichte, hrsg. v. Galerie Nothelfer, Berlin 1986, Abb. S. 23.
Georg-W. Költzsch (Hrsg.), Deutsches Informel. Symposion Informel, Galerie Nothelfer, Berlin 1986, Abb. S. 215.
Margarete Hoehme und Manfred de la Motte (Hrsg.), Gerhard Hoehme, Galerie Nothelfer, Pentagramm, Bd. 4, Berlin 1990, Abb. S. 19.
"Bilder sind vielschichtige visuelle Gleichungen mit Faktoren / Vektoren / Tensoren / Sensoren - die Farbe darin sind Stellenwerte / Signale / Beziehungen / Energien / Zeitmomente."
Gerhard Hoehme, 1968, zit. nach: Tayfun Belgin (Hrsg.), Kunst des Informel. Malerei und Skulptur nach 1952, Köln 1997, S. 117.

Essay
Im Jahr 1951 begegnet der junge Hoehme Jean-Pierre Wilhelm, der den Kontakt zu Jean Fautrier und Jean Dubuffet herstellt, den bedeutendsten Vertretern des Informel in Paris. Er ist, nach gegenständlichen Anfängen, bald darauf selbst der informellen Malerei verpflichtet und zählt heute neben Karl Otto Götz und Emil Schumacher zu den deutschen Hauptvertretern dieser bedeutenden Kunstrichtung der Nachkriegszeit. Hoehme hat mit seinem Œuvre in den 1950er Jahren einen wesentlichen Beitrag zum deutschen Informel geleistet und darauf aufbauend in den folgenden Jahrzehnten einen der eigenwilligsten und vielschichtigsten Stile entwickelt, die die deutsche Kunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kennt. Auf seine "shaped canvas" folgt ab den 1960er Jahren Hoehmes künstlerische Auseinandersetzung mit der Dreidimensionalität, die er mithilfe der Kombination aus bemalter Fläche und Raumelementen umzusetzen versucht. Ab 1964 entstehen verstärkt Raumobjekte, die neben dem klassischen Leinwandgrund unter anderem auch Holz, Gaze und Nylonschnüre integrieren. Im selben Jahr entdeckt Hoehme seine "Schnittmusterbögen", ab 1968 folgen Installationen und es entstehen die ersten "Damastbilder", mit denen Hoehme einen weiteren Beitrag zum "offenen Bild" leistet. Seine großformatigen Leinwände der 1980er Jahre - von denen unsere leuchtende Arbeit "Feuervogel" ein besonders schönes Beispiel gibt - schaffen eine eindrucksvolle Verbindung aus Hoehmes informellen Anfängen und seiner anschließend konsequent umgesetzten Öffnung des Bildraumes in die Dreidimensionalität: Die durch den energischen gestischen Duktus strukturierte Malfläche wird durch ein im Zentrum aufgesetztes, räumliches Element und Hoehmes berühmte Kunststoffschnüre in den Raum erweitert. Wie in seinem unserer Arbeit direkt vorausgegangenen "Äthna-Zyklus" (1982), der sich in der Sammlung des Saarland Museums, Saarbrücken, befindet, setzt sich Hoehme auch in "Feuervogel" mit der Thematik von Feuer, Glut und Verkrustung bildlich auseinander. Hoehmes abwechslungsreiches Schaffen wird mit zahlreichen bedeutenden Ausstellungen geehrt, so z. B. 1980 im Museum am Ostwall in Dortmund oder 1985/86 in der Städtischen Kunsthalle Mannheim und im Sprengel Museum Hannover. 1998 sind seine Arbeiten im Bonner Kunstmuseum und 2000 in der Kunsthalle Düsseldorf zu sehen. [JS]
807
Gerhard Hoehme
Feuervogel, 1983.
Acryl auf Leinwand
Schätzung:
€ 30.000
Ergebnis:
€ 37.500

(inkl. 25% Käuferaufgeld)
 


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