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Auktion: 489 / Evening Sale am 07.06.2019 in München Lot 91

 
Objektbeschreibung
Figurenlandschaft. 1942.
Öl mit Kunstharz und Spachtelmasse auf festem Malkarton bzw. kartonkaschierter Hartfaserplatte, alt auf Holzplatte kaschiert.
Beye/Baumeister 955. Rechts unten signiert und datiert. 36 x 46 cm (14,1 x 18,1 in). Holzplatte: 47,5 x 60 cm ( 18,7 x 23,6 in).

- Leuchtende farbintensive Arbeit.
- Reizvolle haptische Oberfläche.
- Namenhafte Provenienz: Heinz Rasch, Wuppertaler Architekt, Kunstsammler und Publizist, der seit den 1920er Jahren eng mit Baumeister befreundet war
.

PROVENIENZ: Sammlung Heinz Rasch, Wuppertal (direkt vom Künstler erworben).
Privatbesitz Rheinland (vom Vorgenannten erhalten).

AUSSTELLUNG: Schlemmer - Baumeister - Krause, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1979, Kat.-Nr. 12.

LITERATUR: Will Grohmann, Willi Baumeister - Leben und Werk, Köln 1963, Kat.-Nr. 629 (unter dem Titel "Figurenlandschaft III").
"Willi Baumeister [..] gehört zu den wenigen herausragenden Künstlern, die 1933 bis 1945 in Deutschland blieben und zur europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts in dieser Zeit einen neuen, bedeutenden Beitrag leisteten."
Spielmann/Baumeister, Willi Baumeister. Werkkatalog der Druckgraphik, Ostfildern-Ruit 2005, Umschlagtext verso.

Essay
Bereits Anfang der 1930er Jahre beginnt Baumeister sich für Strukturen zu interessieren, die dem Bildgrund eine aufgelockert-lebendige Oberfläche verleihen. Wie im vorliegenden Gemälde wird er zum Träger einer meist linearen, grafischen Komposition, die schemenhaft über den Bildgrund geistert. Urzeitliches wird evoziert, ein Phänomen, das Baumeister in vielen seiner Werkzyklen als grundlegendes Thema einbindet. Die locker angeordneten Formen und Farbflächen vermitteln eine heitere Schwerelosigkeit, die Raum für vielerlei Assoziationen lässt. Assoziationen an musikalische Tempi sind oft werkbestimmend. Hier wird mit leichter Hand das Urzeitliche in ein burleskes Gewand gekleidet und so aller Sinnenschwere enthoben. Der feine Humor, der diese Komposition begleitet, findet in der zart tänzerischen Art, in der sich die schemenhaft angedeuteten Figuren über die Komposition bewegen, seine Entsprechung. Durch den Einsatz von Kunstharz und Spachtelmasse erzielt Baumeister eine mauerputzartig strukturierte Oberflächenwirkung, die den prähistorischen Charakter des dargebotenen Formenrepertoires noch zusätzlich unterstreicht. Die vorliegende mystische Figurenkomposition, zeichnet sich zudem durch ihre herausragende Provenienz aus: Sie stammt aus der eindrucksvollen Sammlung des Wuppertaler Architekten, Kunstsammlers und Publizisten Heinz Rasch, der seit den 1920er Jahren eng mit Baumeister befreundet war. Andere Arbeiten dieser in den 1940er Jahren entstandenen Werkphase im Kontext der "Figurenlandschaften" und "Figurenmauern", in die Baumeister auch teils motivische Elemente aus der afrikanischen Kunst integriert, befinden sich heute u. a. in den Sammlungen des Osthaus Museums in Hagen, der Nationalgalerie Berlin, der Staatsgalerie Stuttgart und dem Museum of Modern Art, New York. [JS]
91
Willi Baumeister
Figurenlandschaft, 1942.
Öl
Nachverkaufspreis: € 60.000
+
 


Weitere Abbildungen
Willi Baumeister - Figurenlandschaft - Rahmenbild
Rahmenbild
 
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